Zu viel Wild schadet den Wäldern. Rehe beschädigen junge Bäume, außerdem schwächt die Trockenheit die Wälder. Das Eschensterben ist weiter problematisch.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 23. Juni 2018 (04:00)
Friederike Pfabigan

„Die Jäger könnten mehr Schalenwild erlegen“, so die Aufforderung von Bezirksforsttechniker Nikolaus Fernsebner. Warum mehr geschossen werden soll? Junge Bäume in den Wäldern werden von den Wildtieren angebissen und beschädigt.

Da sich in den Wäldern zu viel Rehwild herumtreibt, müssen die Jungpflanzen mit Schutz, wie zum Beispiel Netzen, aufgezogen werden. Auf den hohen Wildanteil deuten laut Fernsebner die großen Fallwildzahlen hin: Rund 30 Prozent des Abgangs beim Rehwild seien Fallwild.

„Die Jäger könnten mehr Schalenwild erlegen.“Nikolaus Fernsebner, Bezirksforstleiter

Eine Herausforderung für die Wälder stellt allerdings auch die Trockenheit dar. „Die Wälder werden dadurch vorgeschädigt und somit für Schädlinge anfälliger“, erklärt Fernsebner. Es helfen dann auch vereinzelte Starkregenereignisse wenig, da der Waldboden nicht so aufnahmefähig ist.

Schädlinge, welche derzeit eine Bedrohung für die Wälder darstellen, sind zum Beispiel der Buchdrucker oder der Kupferstecher, beide gehören der Familie der Borkenkäfer an. Im Waldviertel sind diese zur Zeit prävalent, in Mistelbach glücklicherweise aber weniger ein Problem. Wärme und Trockenheit begünstigen aber ihre Ausbreitung.

Größer ist hierzulande das Problem des Eschensterbens, welches mittlerweile nicht nur die Triebe der Bäume betrifft, sondern auch deren Wurzeln. Hermann Stich von der Bezirksbauernkammer fordert daher dazu auf, ältere und gesunde Eschen an Ulrich Schwaiger (ulrich.schwaiger@lk-noe.at) zu melden. „Die gesunden Eschen können nämlich für die Vermehrung verwendet werden“, so Stich.