Zusatztafeln für Straßennamen erst jetzt bestellt. Im Jahr 2018 beschloss der Gemeinderat in Mistelbach Erklärungstexte für drei Straßennamen. Erst eine Tafel ist montiert.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 19. Februar 2021 (04:49)
In der Kernstockgasse hängt bereits die 2018 beschlossene Zusatztafel, beim Hötzendorf-Platz und in der Frättingsdorfer Anton Haas-Straße fehlen sie noch.
M. Pfabigan

Drei Straßen- bzw. Platzbezeichnungen verlangten, so fand der Mistelbacher Gemeinderat, einer genaueren Erklärung, was die Herrschaften, nach denen sie bezeichnet sind, so gemacht haben. 2018 wurde im Gemeinderat der entsprechende Wortlaut der Zusatztafeln beschlossen – angebracht wurde bisher aber erst eine.

„Ich weiß auch nicht, warum die damals nicht gleich alle bestellt wurden“, wundert sich Kulturstadtrat Josef Schimmer (ÖVP) darüber, dass bislang nur die Zusatztafel bei der Ottokar Kernstockgasse angebracht ist. Der Nationalist Ottokar Kernstock, Autor der Bundeshymne der Ersten Republik, verfasste auch Lieder, die später von den Nationalsozialisten verwendet wurden.

„Hier will keiner diesen Gemeinderatsbeschuss negieren oder sabotieren!“ Josef Schimmer (ÖVP), Kulturstadtrat

Ebenfalls eine Zusatztafel sollen der Erste-Weltkriegs-General und Kriegstreiber Conrad von Hötzendorf-Platz in Mistelbach und die nach dem Dorflehrer und früh den Nazis beigetretenen benannte Anton Haas-Gasse in Frättingsdorf erhalten. Die Texte erstellte eine Expertenkommission rund um Alt-Bezirkshauptmann Gerhard Schütt, für eine zuvor geforderte Umbenennung der Straßennamen fand die Gruppe aber keine Gründe. Schimmer selbst hat die Causa von seinem Vorgänger als Kulturstadtrat Klaus Frank lediglich geerbt und ist im gegenwärtigen Status auch nur am Rande betroffen, da dafür Verkehrsstadtrat Manfred Reiskopf thematisch zuständig ist. „Aber ich werde ihn informieren, dass die Tafeln noch fehlen“, sagt Schimmer: Dann könne der Gemeinderatsbeschluss relativ zeitnahe umgesetzt werden. „Hier will keiner diesen Gemeinderatsbeschuss negieren oder sabotieren“, sagt Schimmer. Und an den Kosten von 260 Euro pro Tafel werde es auch nicht scheitern. Mittlerweile sind die Tafeln bestellt.