5G-Ausbau in Asparn: „In die digitale Zukunft“. Gemeinderat beschloss Standortvermietung für die notwendigen Masten in den Ortsgemeinden.

Von Johann Hochleithner. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:08)
KPhrom/shutterstock.com

Seit mehreren Jahren häufen sich bei den Mobilfunkanbietern die Beschwerden, dass in der Gemeinde Asparn nicht an jedem Ort ein klagloser Mobilfunkempfang möglich ist.

Gerade Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei können davon ein Lied singen. So funktioniert beispielsweise das Blaulicht-Funksystem über die Mobilfunknetze. Auch die wichtige telefonische Verbindung zur Leiststelle der Hilfsorganisationen zum Beispiel von Michelstetten und Altmanns aus über das Mobilfunknetz ist fast nicht möglich.

Franz Pichler, spusu-Geschäfts-führer: „Schritt in die digitale Zukunft.“
zVg

Zusätzlich gibt es auch schon bei sehr vielen technischen Einrichtungen im privaten Haushalt, Betrieben und modernen Fahrzeugen die Notwendigkeit einer Mobiltelefonverbindung. Schnelle Mobilfunknetzwerke sind für Heizungssteuerungen, Alarmanlagen oder Internetverbindungen für computergesteuerte Geräte und Maschinen notwendig. Kupfertelefonleitungen sind zwar verlegt, aber nicht jeder Haushalt hat die Möglichkeit, einen Festnetzanschluss aus technischen oder finanziellen Gründen zu bekommen.

Jetzt hat sich Mobilfunker spusu bereit erklärt, für die telefonische Erreichbarkeit in der Großgemeinde Asparn Sorge zu tragen. Dazu sollen neun Funkmasten für das moderne 5G-Netz aufgestellt werden. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, dass für sieben Funkmasten gemeindeeigene Grundstücke dem Betreiber zur Verfügung gestellt werden. Für zwei Mastenstandorte werden vom Betreiber zwei Grundstücke von Privatbesitzern angeschafft.

Für Franz Pichler, Geschäftsführer der Firma spusu, ist dieser Beschluss ein Meilenstein für eine technische Innovation. „Es freut mich besonders, dass wir nun mit diesem Beschluss gemeinsam mit der Gemeinde den nächsten großen Schritt in die digitale Zukunft setzen können. Dadurch wird es möglich, das Mobilfunknetz deutlich zu verbessern und das macht die Gemeinde Asparn zeitgleich zum technischen Vorreiter.“

Mit dem Netzausbau mittels Funksender wird 2021 begonnen werden, eine Inbetriebnahme soll 2022 erfolgen.

„219 Bürger werden nicht gehört“

„219 Personen haben sich mit ihrer Unterschrift gegen den 5G Ausbau in der Großgemeinde Asparn ausgesprochen“, sagt die Initiatorin der Initiative gegen den 5G-Ausbau, Claudia Pelzelmayer: „Zu meinem großen Bedauern wurde der Bitte um Behandlung im Gemeinderat nicht nachgegangen.“ Bei der Abstimmung über das Aufstellen der 5G Sendemasten im Gemeinderat seien diese 219 Stimmen nicht mit einbezogen worden. Angesichts der Tatsache, dass diese Woche die ersten Teile des A1-Glasfasernetzes in der Gemeinde freigeschaltet werden, finden 5G-Gegner es als „ökologisch und ökonomisch sinnlos, ein Parallelsystem zu bauen.“

Das Glasfaserkabel dient dem Festnetz und wird bis zum Ortsverteiler verlegt. Vom Ortsverteiler bis zum Hausanschluss bleibt die herkömmliche, langsame Kupferleitung liegen. Zu einer Verbesserung oder Schaffung der doch notwendigen Mobilfunkverbindung in den einzelnen Katastralgemeinden kommt es dadurch allerdings nicht.

Der Beschluss zur Vermietung der Mastenstandorte erfolgte mehrheitlich mit einer Enthaltung.