Streit um LaaPlus: „Ein Versuch, zu verzögern“. proLAA stimmte gegen Umwidmung und Verkauf der Grundstücke für Multifunktionszentrum.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:36)
Hier soll das Multifunktionszentrum ProLaa entstehen. Die Umwidmung wurde beschlossen, der Verkauf an Investor Rudolf Schütz grundsätzlich in die Wege geleitet.
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Für die ÖVP ist es der Versuch, das Multifunktionszentrum LaaPlus zu verzögern, für proLAA waren es „Husch-Pfusch-Beschlüsse, nur damit schnelles Geld in die Gemeindekasse gespült wird und rasch wieder ausgegeben werden kann“: In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die Voraussetzungen für das Areal zwischen Bahngeleisen und Therme in der Neustadt geschaffen.

Einerseits wurde ein Grundsatzbeschluss für den Verkauf der Grundstücke an die „MFZ Laa GmbH“ bzw. an die „Schütz Immobilien GmbH“ beschlossen, der konkrete Kaufvertrag mit 75 Euro pro Quadratmeter Grundpreis werde in der nächsten Sitzung zum Beschluss vorgelegt, sagte Finanzstadtrat Roman Frühberger. proLAA stimmte dagegen, da es beide Gesellschaften noch nicht gibt. „Die Coronakrise hat die Gründung der Gesellschaften verzögert, sie sind in Gründung“, versicherte Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (ÖVP).

Umstritten auch die Umwidmung des 16.816 Quadratmeter großen Areals: Denn es soll neben einem Ärztezentrum auch ein Nahversorger, Büroflächen und Wohnraum geschaffen werden. Ein Bereich wird als Zentrumszone gewidmet, proLAA befürchtet dadurch die Schaffung eines zweiten Stadtzentrums, das die Geschäfte am Stadtplatz gefährde. Außerdem kritisierte proLAA die teilweise Entwertung von Grundstücken von Bürgern durch die Umwidmung - zur öffentlichen Verkehrsfläche und zur Parkanlage etwa. Ribisch konterte, dass mit allen Betroffenen gesprochen worden sei.

Statt eines Beschlusses solle die Umwidmung in den Ausschuss zurückgewiesen werden, forderte proLAA.

Von der Einigkeit bei der Präsentation der Pläne vor einem Jahr, als Investor Rudolf Schütz klar gemacht hatte, dass er bei Streit im Gemeinderat zum Thema seine Pläne einpacken und in eine andere Gemeinde gehen wolle, war nichts mehr zu spüren, proLAA fühlt sich nicht mehr an die damaligen Abmachungen gebunden.

Umwidmung beschlossen

„Das ist auch eine Möglichkeit zu versuchen LaaPlus zu verhindern“, schüttelte Bürgermeisterin Ribisch den Kopf: „Wäre Schütz heute hier bei der Sitzung, würde proLAA anders agieren.“ Wenn man gegen das Projekt ist, dann solle man das auch offen sagen. Es brauche Jahre, um so ein Projekt vorzubereiten, es zu zerschlagen, gehe schnell. „Den meisten Gemeinderäten und mir liegt viel daran, dass ein ganzer Stadtteil gut versorgt ist“, sagte die Stadtchefin.

Die Umwidmung, die Aufhebung der Bausperre rund um LaaPlus und der Grundstücksverkauf wurden schließlich gegen die Stimmen von proLAA beschlossen.