Nach Grenzöffnung: Miliz von Dienst an Grenze abgezogen. Überrascht wurden die Milizsoldaten von der Entwicklung an den Grenzen nach Tschechien und der Slowakei: Eigentlich sollten die eigens für diese Aufgabe einberufenen Milizsoldaten der Jägerkompanie NÖ (Bezirke Hollabrunn und Horn) und Jägerkompanie Mistelbach (Bezirke Mistelbach und Gänserndorf) Temperaturmessungen bei Einreisenden durchführen. Durch die Öffnung der Grenzen für Bewohner der Nachbarstaaten ist diese Aufgabe hinfällig. Am Montag werden die Soldaten wieder abrüsten.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 04. Juni 2020 (14:42)
Eigentlich sollte die Miliz die Körpertemperatur der Einreisenden an den Grenzübergängen messen. Das ist mit der Grenzöffnung jetzt hinfällig. Vorerst bleiben sie in ihren Quartieren.
Michael Pfabigan

„Wir haben unsere Soldaten jetzt von der Grenze abgezogen, sie befinden sich in den Zugsgefechtsständen in Poysdorf und Obersiebenbrunn“, sagt Major Herwig Graf von der Kaserne Mistelbach, die für die Jägerkompanie Mistelbach zuständig ist: „Wir warten auf weitere Befehle.“

Die Milizsoldaten, die Anfang Mai im Zuge der Teilmobilmachung des Bundesheeres eingerückt waren, versahen an den größeren Grenzübergängen Dienst und kontrollierten die Körpertemperatur der Einreisenden. 

Offen ist bislang auch, wie an der Grenze mit Einreisenden aus anderen Staaten, etwa Polen und Ukrainern, die durch Tschechien nur durchfahren, verfahren werden soll; ob hier trotzdem weiter die Temperatur gemessen werden soll: „Wir wurden von der Entscheidung der Bundesregierung ein wenig überrascht“, gesteht Graf.

"Wir beginnen jetzt mit der Abwickung des Abrüstvorganges", sagt Herwig Graf. Am Montag werden die Milizsoldaten ausgefasste Ausrüstung zurück geben und können dann wieder nach etwas mehr als einem Monat ins Zivilleben zurück kehren.