Nacht-Taxi statt Nacht-Zug. Gemeinde will sich weiter für Nachtzug einsetzen. Inzwischen werden Taxifahrten zwischen Wien und Wolkersdorf mit 15 Euro pro Fahrt gefördert.

Von Petra Wiesmayr. Erstellt am 09. Juli 2014 (09:31)
Kurios mutete die Abstimmung über die Wiedereinführung des täglichen Nachtzuges nach Wolkersdorf bei der jüngsten Gemeinderatssitzung an. Der Initiativantrag „Direkte Demokratie kommt zum Zug“, der von 442 Wolkersdorfern eingebracht wurde, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Dieser hätte eine Volksbefragung über die Wiedereinführung des Nachtzuges vorgesehen. WUI-Gemeinderat Erwin Mayer erklärt: „442 Bürger wollen, dass der Nachtzug kommt und darüber eine Befragung stattfindet. Ich setze mich dafür ein, dass sie zustande kommt. Es geht um eine verkehrspolitische und demokratiepolitische Verbesserung. Auch Gegenstimmen sollen zu Wort kommen“. Man wünsche sich mehr direkte Demokratie und regelmäßige Abstimmungen.

Jährliche Kosten von 109.000 Euro

Stadtrat Anton Kirchner (ÖVP): „Ich bin überzeugt, dass die 442 Bürger den Nachtzug wollen und nicht die Befragung“. Dementsprechend sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Wiedereinführung des täglichen Nachtzuges um 0.02 Uhr von Wien-Meidling nach Wolkersdorf, ohne vorherige Befragung, aus - unter der Voraussetzung, dass die Finanzierung durch die Gemeinden Wolkersdorf und Gerasdorf gesichert ist. Bei jährlichen Kosten von 109.000 Euro, wobei seitens des Landes eine Förderung in Höhe von 30 Prozent in Aussicht gestellt wurde, entfallen somit je rund 40.000 Euro auf die beiden Gemeinden. Die Bürgermeisterin wird beauftragt, die Gespräche und Verhandlungen weiterzuführen.

Da die Einführung eines solchen Zuges derzeit nicht gesichert ist, hat man sich inzwischen eine andere Lösung einfallen lassen. „Ab 1. September 2014 können alle mit Hauptwohnsitz in Wolkersdorf gemeldeten BürgerInnen für Taxifahrten von Wien nach Wolkersdorf, die wochentags zwischen 23.45 Uhr bis 2 Uhr getätigt wurden, im Rathaus einen Zuschuss in Höhe von 15 beantragen“, so Bürgermeisterin Anna Steindl. „Bis September gilt es, ein effizientes Modell zur Abwicklung der Förderung auszuarbeiten. Eine Evaluierung erfolgt spätestens im Frühjahr 2015.“