150 Jahre Nahversorger: „Aufgaben anderer übernehmen“. Kaufmannsfamilie Fiby feierte das Jubiläum als fünfte Generation am Geschäftsstandort.

Von Ingrid Fröschl-Wendt. Erstellt am 12. Juli 2017 (05:00)
Ingrid Fröschl-Wendt
Fibys, Ehrengäste und Mitarbeiter bei der 150-Jahr-Feier: Manfred Schulz, Erni Rauscher, Monika Stöger, Pfarrer Christoph Goldschmid, Andreas Kugler, Karin Gepperth, Michaela Fiby, Christine Strebl, Karl Wilfing, Ewald Fiby, Edith und Franz Fiby, Hannes Guttmann, Gabriele Leisser, Maria Hertold, Elma Hajdarevic, Alois Huber und Gina Schubert.

„Ich kenne kein Geschäft, das auf eine derart lange Geschichte zurückblicken kann“, sagt Kollege Karl Schweifer anerkennend: Familie Fiby feierte dieser Tage nämlich das 150-Jahr-Jubiläum des Bestehens ihres Geschäftes in Neudorf.

„Ur-Ur-Großvater Johann Baptist Fiby hatte gemeinsam mit seiner Frau Antonia 1867 dieses Geschäft gegründet, nachdem er hier in die Lehre gegangen war und den Bedarf eines Gemischtwarenladens nach der Pensionierung seines Lehrherrn erkannt hatte“, blickte Ewald Fiby zurück. Gemeinsam mit seiner Frau Michaela ist er bereits die fünfte Generation.

 „Früher gab es im Ort zahlreiche Gewerbetreibende. Heute muss ein Nahversorger all das leisten, was es nicht mehr gibt.“Landesrat Karl Wilfing 

„Ein in Zeiten des Greißlers-terbens bemerkenswertes Jubiläum“, bestätigt Alois Huber von Spar und lobt den mutigen Schritt, vor zwei Jahren zu Spar zu wechseln und auszubauen. Auch Bürgermeisterin Erni Rauscher ist froh, einen Nahversorger in der Gemeinde zu haben und mit Ewald Fiby auch einen engagierten Gemeinderat. Karin Gepperth überreichte für die Wirtschaftskammer die silberne Ehrennadel.

Landesrat Karl Wilfing, der sich dieses Jubiläum nicht entgehen lassen wollte, weiß warum: Die einzelnen Generationen hätten stets auf die Bedürfnisse ihrer Zeit reagiert, so wie zuerst zum Gemischtwarenladen Holz und Kohle, später Textilien, dann eine Tankstelle dazu gekommen seien, so sei man jetzt zum modernen Supermarkt mit frischen Waren aus der Region geworden. Diese innovative Flexibilität, gepaart mit Fleiß, sei das Geheimnis, so lange bestehen zu können.

Und habe es früher im Ort zahlreiche Gewerbetreibende gegeben, so müsse nun ein Nahversorger all das leisten, wie Bank, Post, Bäcker, Fleischhauer und Trafikant. Ewald Fiby wollte das Lob nicht auf sich alleine sitzen lassen und bedankte sich für den Erfolg bei seinen Mitarbeiterinnen und treuen Kunden. Und weil der Zusammenhalt in der Familie auch nicht unwesentlich für ihn ist, hat er sogar die weit verstreute Verwandtschaft der Fiby-Sippe zur Feier eingeladen.