Erstellt am 29. Dezember 2016, 05:01

von Ingrid Fröschl-Wendt

Junge Vandalen meldeten sich: „Eine echte Mutprobe“. Nach Facebook-Aufruf zeigten sich jugendliche Täter geständig. Sie reinigen die Flächen bis kommenden März.

Der Radler-Rastplatz und eineMauer werden bis März gereinigt.  |  Stephan Gartner

Wie es sich mit Vandalenakten für gewöhnlich verhält, kennt man: Täter besprühen öffentliche Einrichtungen, die Kommune reagiert empört. Eine Aufklärung erweist sich oft als unmöglich. Anders aber in Neudorf.

Im Ort wurden die gläserne Bushütte am Hauptplatz, der Radler-Rastplatz am Ortsrand und eine Hintaus-Mauer besprayt. Vizebürgermeister Stephan Gartner machte das auf Facebook öffentlich und fügte auch die Vermutung hinzu, zu wissen, wer die Täter wären. Im Fall einer freiwilligen Meldung würde die Gemeinde von einer Anzeige Abstand nehmen. Facebook nutzte er deshalb, weil immer von jugendlichen Tätern ausgegangen wurde. „Und mit diesem Medium erreicht man die Jugendlichen halt am besten“, sagt Gartner.

„Ich finde das total super von den Jugendlichen, das ist eine echte Mutprobe"

Die Taktik ging auf: Tatsächlich meldeten sich Jugendliche und es kam zu einem Treffen zwischen Bürgermeisterin Ernestine Rauscher, Vizebürgermeister Gartner und den Vandalen, bei dem die Reinigung beziehungsweise die Sanierung der Sprayschäden besprochen und von Amtsleiter Lorenz Pelzer protokolliert wurde. Den Jugendlichen wurde bis März Zeit eingeräumt, die Bauwerke zu reinigen. Die gläserne Bushaltestelle ist mittlerweile schon wieder sauber.

Gartner ist begeistert: „Ich finde das total super von den Jugendlichen, das ist eine echte Mutprobe: Einen Blödsinn machen und sich danach auch der Sache stellen.“ Und in Facebook, in dem er auch den guten Ausgang veröffentlichte, fügte er noch hinzu: „Ich bin froh, dass wir das so regeln konnten, und ich bin froh, in einem Dorf zu leben, wo das auch noch geht“, betonte er.

Die Bushütte wurde mittlerweilegesäubert.  |  Stephan Gartner