Schweinbarther Kreuz: Pläne für Bahn nehmen Form an. Bei einem Treffen wurden die Reaktivierungspläne genauer vorgestellt.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 27. Februar 2020 (05:38)
Ob in den nächsten Jahren Züge auf der Linie Schweinbarther Kreuz bis nach Wien fahren werden, ist noch offen. Bisher war im Bahnhof Obersdorf (hier zu sehen) Endstation. Derzeit entstehen hier neue Parkplätze.
Szeker

Nächster Halt für die Reaktivierung der Regionalbahn Schweinbarther Kreuz: Die Initiative rund um Gerhard Mayer organisierte letzte Woche mit der Graz-Köflacher Bahn (GKB) eine Präsentation des Konzeptes zum Neustart der Bahn. Eingeladen waren die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, welche bei dem Treffen ihre Unterstützung zu dem Projekt bekundeten.

Gerhard Mayer sieht die Reisezeiten als Hauptargument für die Bahn.
Mauritsch

Den Bussen, welche seit September als Ersatz für die Bahn fahren, erteilen die Gemeinden damit eine kollektive Abfuhr. Laut Aussendung des Verkehrslandesrates Ludwig Schleritzko seien diese jedoch sehr erfolgreich: 805 Fahrgäste würden täglich die Busse nutzen, bei der Bahn sollen es nur 700 gewesen sein. Mayer glaubt diesen Zahlen nicht. Er wisse als Pendler, dass viele von der Bahn auf das Auto umgestiegen sind. Zudem kritisiert Mayer die knappen Umstiegszeiten am Bahnhof Wolkersdorf.

Dennoch stellt sich die Initiative „Regionalbahn statt Bus“ – auch wenn der Name anderes vermuten lässt – nicht gänzlich gegen den Busverkehr. Allerdings: Die Bahn soll eine strukturgebende Rolle in der Region erhalten und die Busse für den Zubringerverkehr sorgen. Das habe laut Mayer bei dem Treffen letzte Woche auch Harald Frey von der TU Wien bekräftigt. Pillichsdorfs Vizebürgermeister Franz Treipl (ÖVP) beklagte bereits im Vorjahr, dass die Raumordnung jahrzehntelang auf Siedlungen an der Schnellbahn abgestimmt war.

Das Angebot muss natürlich attraktiv sein, um einem Neustart der Bahn den Weg zu bereiten: „Mit den Reisezeiten holt man sich die Leute“, sagt Mayer. Ziel ist für ihn und die GKB ein Bahnverkehr bis nach Wien. Zu diesem Zweck ist in Obersdorf eine Einschleifung in die Gleise der Laaer Ostbahn notwendig. 800 Meter Schienen müssten dafür verlegt werden, in einem Projekt mit Kosten von rund sieben Mio. Euro.

Ein vergleichbares Projekt war etwa die Anbindung der Linzer Lokalbahn an den Linzer Hauptbahnhof im Jahr 2005 nach 18-jähriger Vorlaufzeit. Für Mayer steht fest: Die Wiederaufnahme des Betriebes am Schweinbarther Kreuz wäre „ein Leuchtturmprojekt“ für die Grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler. Ihr möchte Mayer die Zusagen der Bürgermeister per Schreiben übermitteln.