„Danke für den schönen Kindergarten!“

Erstellt am 28. Juni 2022 | 10:22
Lesezeit: 4 Min
Der Betrieb im Kindergarten Niederleis startete zwar mit Verspätung, dafür war die Eröffnung umso freudiger.
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„Es geht los!“: Das erste Lied bei der Kindergarten-Eröffnung passte: Erstens, weil sich Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister verspätete. Bürgermeister Klaus Mantler wartete vorigen Freitag den Start ein wenig ab und begrüßte den Ehrengast dann während des Festaktes. Zweitens, weil der Bau mit Verzögerungen konfrontiert war. Leopold Rötzer, früherer Bürgermeister, erinnert sich gut daran.

Die ersten Auftragsvergaben erfolgten im Jänner 2020, doch im März folgte im ersten Lockdown ein mehrwöchiger Baustopp. „Da war klar, bis September geht sich das nicht aus.“ Zwei Monate Verspätung musste man hinnehmen: „Das war eine Herausforderung für alle.“ Der alte Standort in der Kellergasse wurde nämlich ab September trotzdem zweigruppig geführt. Dort besteht jetzt eine Kleinkindgruppe.

Der erste Kindergarten in Niederleis entstand 1939 im jetzigen Arzthaus und bestand im Nationalsozialismus bis 1945, danach wurden die Kinder erneut im Familienverband betreut. 1977 war die Eröffnung des eingruppigen Kindergartens in der Kellergasse (konkret am 25. Juni vor genau 45 Jahren). Die Gemeinde wuchs und die Kindergarten-Erhebung 2019 ergab: „Es geht sich nimma aus“, rekapituliert Rötzer.

Eine Erweiterung war aus Platzgründen nicht in der Kellergasse möglich, aber die zentrale Gemeindeliegenschaft auf der Hauptstraße erachtete der Gemeinderat als ideal. Architekt Jan Salbrechter legte im Herbst 2019 den Entwurf vor, im Oktober 2020 wurden die Möbel geliefert; als Letztakt erfolgte noch die Endreinigung. Rötzer empfand große Freude bei der Eröffnung: „Für mich ist es ein ganz bewegender Tag.“

„Diese Häuser kosten extrem viel Geld, aber es ist gut investiertes Geld“, betonte Teschl-Hofmeister. „Kindergarten sind Orte, die zeigen, dass trotz einer Pandemie das Leben weitergeht“, fügt sie hinzu. Sie würdigt den Einsatz des Kindergarten-Teams: „Ohne euch wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen.“

Leiterin: „Fühlen uns sehr wertgeschätzt“

Kindergarten-Leiterin Petra Böhm lobt den ehemaligen Bürgermeister: Er habe flexibel agiert, jedes kleine Anliegen besprochen und das pädagogische Wissen der Mitarbeiter einbezogen. „Dadurch fühlen wir uns sehr wertgeschätzt.“ Und die Kinder riefen Rötzer aus vollem Herzen zu: „Danke für den schönen Kindergarten!“

Die Gruppenräume sind nach Süden ausgerichtet, die Garderoben liegen zentral und die Kinder haben Rückzugsmöglichkeiten. Das Haus hat eine Photovoltaik-Anlage mit Dachbegrünung und eine Wärmepumpe. „Es ist mir ein Herzenswunsch, dass die Kinder mit viel Freude in ihr Leben starten können und dass die Eltern ihre Kleinen gut versorgt wissen“, sagte Rötzer. Er freue sich stets, wenn ihm Kinder beim Vorbeigehen zuwinken.

„Ich bin fast täglich meine Runde mit dem Rad hier vorbeigefahren“, überzeugte sich Landtagsabgeordneter Manfred Schulz laufend über den Baufortschritt. Er selbst habe 2010 in seiner Gemeinde Gnadendorf den Kindergarten errichtet. „Mittlerweile sind wir voll“, berichtet er.

Niederleis ist vorbereitet: „Wir haben den möglichen Bedarf an einem dritten Gruppenraum in der Planung schon berücksichtigt“, erklärt Rötzer. Und: Der Kindergarten ist der erste, der als Naturpark-Kindergarten zertifiziert ist. Was das heißt, ist im Inneren ersichtlich: Kinder malten Bilder – und bezogen dabei Naturmaterialien wie Schneckenhäuser oder Äste mit ein.

Kaplan Siegfried Bamer segnete zum Abschluss des Festes die Kinder, das Haus und die Mitarbeiter.

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