Gasthaus in Paasdorf seit Eröffnung im Lockdown. Wirtin Isolde Gartner übernahm das „Paasdorfer Eck“ im November. Sie freut sich auf Gäste in ihrem Wirtshaus.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 28. April 2021 (05:12)
Wirtin Isolde Gartner, im Bild mit Enkerl Aurelia, übernahm mit Anfang November das „Paasdorfer Eck“, der Lockdown verhinderte die Eröffnung. Seit fast einem halben Jahr ist sie Pächterin und hat noch keinen Gast im Lokal bewirtet. In der Zwangspause machte sie ihr Lokal coronafit und baute den Schanigarten aus (unten). 
Michael Pfabigan

„So wie‘s jetzt grad ist, freut man sich ja schon, wenn man jemanden einen Kaffee machen kann“, seufzt Wirtin Isolde Garnter: Seit knapp einem halben Jahr ist sie Wirtin im Paasdorfer Eck – und hat noch an keinem einzigen Tag Gäste begrüßen dürfen, da sich seither die Gastronomie im Dauerlockdown befindet.

Die Wirtin aus Leidenschaft hatte Anfang November 2020 das Paasdorfer Wirtshaus übernommen, zuvor war sie Wirtin im Gemeindegasthaus in Hörersdorf gewesen. „Ich wollte immer das Paasdorfer Wirtshaus haben, als wir 2017 vom „Seeblick“, in Wien ins Weinviertel gewechselt haben, war das aber nicht frei“, erzählt Gartner. Am 5. November wollte man groß die Wiedereröffnung des „Paasdorfer Ecks“ feiern. „Für die Feier hab ich sechs Fässer Bier und Radler gekauft“, erzählt die Wirtin. Die seien mittlerweile alle abgelaufen, da Bier nur eine kurze Haltbarkeit hat: „Zwei Tage vor unserer Eröffnung wurde der Lockdown verkündet“, erzählt sie.

„Das ist wie ein langsames Sterben. So, wie wenn ein Blumenstock langsam verdorrt!“, Isolde Gartner, Wirtin des „Paasdorfer Eck“ über den Gastrolockdown

Wie ist das: Ein Wirtshaus ohne Gäste zu führen? „Es ist furchtbar“, gesteht sie: „Und wenn auch unser Abholservice gut angenommen wird, die Leute würden gerne kurz plaudern aber dafür gibt es keine Chance - auch weil sich manche gar nicht trauen, länger zu bleiben.“ Das Abholservice geht gut, Paasdorfer, aber auch Stammgäste aus Hörersdorf und sogar noch aus ihrem Wiener Lokal kommen, um sich die Menüs zu holen. Eine Kundentreue, für die sie dankbar ist. Die leeren Räume seien trotzdem bedrückend: „Das ist wie ein langsames Sterben. So, wie wenn ein Blumenstock langsam verdorrt“, sagt die Wirtin.

Finanziell kommt man dank Ausfallsentschädigung und Einnahmen aus dem Abholservice über die Runden, übrig bleibe nichts. „Beim Mittagsgeschäft geht es darum, dass die Leute nicht vergessen, dass es uns gibt“, gesteht Isolde Gartner: „Denn selbst, wenn wir jetzt aufsperren dürfen, geht das ja nicht auf Knopfdruck, das wird Monate dauern, bis die Leute wieder ins Gasthaus kommen.“

Dabei hätte sie ihr neues Wirtshaus coronafit gemacht: Plexiglastrennwände zwischen den Tischen, ein Schanigarten im Innenhof mit gemütlicher Stehecke rund um einem Baum und Kinderspielbereich. „Ich hab das im beginnenden Frühjahr mit vollem Elan eingerichtet. Dann haben‘s uns das Ende des Lockdowns immer wieder verschoben“, erzählt Gartner schon etwas desillusioniert.

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Das wieder Hochfahren der Gastronomie wird nicht einfach werden: Zutrittstests werden eine Hürde für viele sein, die nicht zuerst nach Mistelbach zum Nasenabstrich pilgern um dann zu den Gartners Essen zu gehen, dürfen nur die Schanigärten aufsperren, bleibt die Unsicherheit bezüglich Wetter. Trotz der ungewissen Zukunft ist Isolde Gartner aber zuversichtlich, dass es weiter geht: „Aber das wird sich alles einspielen.“ Das Abholservice für Mittagsmenüs wird sie auf jeden Fall auch nach dem Lockdown beibehalten: „Das haben wir auch schon in unserem Wiener Lokal gemacht“, erzählt sie.

Wie es weitergeht? „Keine Ahnung“, sagt Isolde Gartner. An eine Öffnung der Gastronomie im Mai glaubt sie noch nicht. „Ich werde im Dezember 60 und kann in Pension gehen. Wenn wir bis dahin nicht aufsperren, hab ich ein Wirtshaus geführt, das nie offen hatte“, meint sie mit einem Augenzwinkern.

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