Zentrums-Umgestaltung in Mistelbach: „Was wollen wir?“. Der Mistelbacher Hauptplatz soll umgestaltet werden. Bei den Planungen sollen die Bürger mitreden können.

Von Sandra Frank. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:12)
Weinviertel-CvD Christoph Reiterer (Mitte) stellte den Spitzenkandidaten der wahlwerbenden Parteien – Martina Pürkl (Die Grünen), Leo Holy (NEOS), Manfred Reiskopf (SPÖ), Christian Balon (ÖVP), Elke Liebminger (FPÖ) und Friedrich Brandstetter (LaB), Fragen rund um die Bezirkshauptstadt.
Christoph Szeker

Wie das Zentrum in Mistelbach künftig gestaltet werden soll, diskutierten die Spitzenkandidaten von ÖVP, SPÖ, Liste aktiver Bürger (LaB), FPÖ, NEOS und Grüne bei der Podiumsdiskussion, zu der die NÖN ins Hotel Restaurant Zur Linde eingeladen hatte.

ÖVP-Bürgermeister Christian Balon will das Zentrum nicht nur behübschen, sondern funktionell gestalten – mit Bürgerbeteiligung. Derzeit werden knapp 590 Fragebögen zu diesem Thema ausgewertet. Ein erstes Treffen, bei dem diese Daten präsentiert werden, soll es im Februar oder März dieses Jahres geben. „Ich muss mir den Verkehr überlegen, die Architektur, die Parkplatz-Situation“, zählte der amtierende Stadtchef einige Kriterien auf, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen.

In Mistelbach werde der „Hauptplatz relativ oft umgebaut“, warf SPÖ-Spitzenkandidat Manfred Reiskopf ein, sodass die Stadt noch die Schulden des letzten Umbaus abstottere. Er hält es für klüger, einen Architekten, der auf die Umgestaltung von Hauptplätzen spezialisiert ist, drei Vorschläge ausarbeiten zu lassen. Über diese sollten dann die Bürger abstimmen.

"Was kann ich mir leisten?"

Friedrich Brandstetter von der Liste aktiver Bürger ortete eine Misere, die für Mistelbach typisch sei: „Es werden Pläne gemacht, aber diese sind nicht finanzierbar.“ Sein Ansatz: „Man muss sich die Frage stellen: Was kann ich mir leisten?“

„Man muss mit Bedacht vorgehen, was wollen wir?“, stimmte Elke Liebminger, Spitzenkandidatin der Freiheitlichen, ihren Vorrednern zu. Auch darin, dass die Bürger befragt werden sollen. Für sie ist wichtig, dass das Ortsbild erhalten bleibe. „So etwas wie die Erste Bank sollte nicht mehr passieren.“

Dass es künftig vielleicht weniger Parkplätze am Hauptplatz geben könnte, stört NEOS-Kandidat Leo Holy nicht. Für ihn war ebenfalls klar: „Wir machen, was die Mistelbacher wollen. Wir leben ja da.“

Martina Pürkl, die für die Grünen um den Wiedereinzug in den Gemeinderat kämpft, meinte: „Ich hab‘ das Gefühl, wir wurden ins Jahr 1995 zurückgebeamt.“ Da ging es schon einmal um die Umgestaltung des Hauptplatzes und „nur um die Autos, die sind das Maß aller Dinge“, ärgerte sich die Grüne.