Tierschutzpreis für Pfötchenhilfe: „Wollen Akzeptanz“. Die Pfötchenhilfe wurde für Einsatz für Streunerkatzen ausgezeichnet.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 08. Oktober 2020 (04:00)
Ein Ehrenpreis für die Pfötchenhilfe beim NÖ Tierschutzpreis: Laudator Otto Vogl-Proschinger, Pfötchenhilfe-Obfrau Renate Wimmer und Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl.
Büro Landesrat Waldhäusl

Auszeichnung für den Verein Pfötchenhilfe Weinviertel: Der Hilfsverein für Streunerkatzen erhielt heuer beim NÖ Tierschutzpreis einen Ehrenpreis zuerkannt, nachdem er im Vorjahr den Jurypreis, damals die erste Auflage der Auszeichnung, gewonnen hatte.

Der NÖ Tierschutzpreis wird von Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) und seinem Ressort für nachhaltige Projekte mit Hausverstand verliehen. „Und da wir seit zwölf Jahren nachhaltig 240 Streunerkatzen an 31 Futterstellen betreuen, wurde unsere Bewerbung berücksichtigt“, freut sich Pfötchenhilfe-Obfrau Renate Wimmer aus Paasdorf. Der Verein Pfötchenhilfe kümmert sich um verwilderte, ausgesetzte, kranke und verletzte Katzen, bietet aber auch Beratung zum Verhalten dieser Tiere an. „Heuer konnten wir bislang 315 Katzen kastrieren lassen, insgesamt bislang rund 1540. Die meisten im Bezirk Mistelbach.“

„Wir wünschen uns mehr Akzeptanz der Leute, die aufs Land ziehen, für Streunerkatzen in ihrer Nachbarschaft!“Renate Wimmer, Obfrau der Pfötchenhilfe

Bei der Kastration von Streunerkatzen gibt es landesweit ein Förderprojekt mit einer Drittellösung zwischen Land, Gemeinden und Tierärztekammer. „Das funktioniert gut. Heuer haben wir bislang rund 17.000 Euro nur mit unserem Einsatz ,verkastriert‘. Bis auf sechs Gemeinden machen alle hier im Bezirk mit“, freut sich Wimmer.

Genau das sei aber das Problem: Wenn es Populationen in den Gemeinden gibt, die nicht mitmachen wollen, gibt´s keine finanzielle Unterstützung für die Kastration dieser Streunerkatzen. „Leider ist es nicht möglich, dass Vereine oder Privatpersonen dann dieses Gemeindedrittel übernehmen, sondern sie müssen die gesamten Kosten bezahlen“, sagt Wimmer.

Was hat sich durch die Auszeichnung im Vorjahr geändert? Hat sich der Umgang der Gemeinden mit dem Verein oder sein Ansehen in der Öffentlichkeit verbessert? „Nein, durch die Auszeichnung letztes Jahr hat sich meiner Meinung nach nichts verändert“, ist Wimmer Realistin.

Laudator für die Pfötchenhilfe war übrigens Otto Vogl-Proschinger, Präsident des Landestierheimes Dechanthof in Mistelbach. Mit dem funktioniert die Zusammenarbeit übrigens ausgezeichnet.

Was würde sich Wimmer wünschen? „Wir wünschen uns mehr Akzeptanz der Leute, die aufs Land ziehen, für Streunerkatzen in ihrer Nachbarschaft, die nichts für ihr Dasein können. Streunerkatzen sind nicht einfach unkastrierte Hauskatzen.“