Biogasanlage: UVP wird für nicht nötig erachtet

Erstellt am 05. August 2022 | 05:06
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8423930_mis30mpf_reuhof_landschaft.jpg
Unweit des Reuhofes soll die Biogasanlage gebaut werden.
Foto: Michael Pfabigan
Die Behörde sieht die Prüfung des Münzer-Projekts in Pillichsdorf nach dem Abfallgesetz für ausreichend.
Werbung

Die Münzer Bioindustrie GmbH will am Reuhof eine Biogasanlage errichten – und dass sie bei der zuständigen Behörde anfragte, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist, war der schwarz-grünen Koalition nur recht. Seit voriger Woche liegt der Bescheid vor: Die Behörde kam zum Schluss, dass keine Verpflichtung für ein UVP-Verfahren notwendig ist.

Das bedeute nicht, dass überhaupt nicht geprüft werde: „Das Abfallwirtschaftsgesetz-Verfahren ist an sich ein strenges“, erklärt Harald Sigl, zuständig für die Unternehmenskommunikation in der Münzer GmbH. Biogasanlagen benötigen als Abfallentsorgungsbetrieb keine Flächenumwidmung, die Richtlinien des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) haben Gültigkeit. „Abwasser oder Geruchsemission ist dort auch ein Thema“, führt Bürgermeister Florian Faber aus.

Ihm wäre es dennoch lieber gewesen, wenn mit einem UVP-Verfahren das Maximum an Überprüfungsmöglichkeiten schlagend geworden wäre. „Es ist ein sensibles Gebiet am Reuhof und die Pillichsdorfer haben sich nach einer Volksbefragung – wenn auch knapp – gewünscht, dass es ein Naherholungsgebiet bleibt.“ Die Gemeinde überlegt nun, ob sie Einspruch erheben möchte: „Wir haben dazu noch keine Entscheidung getroffen“, betont Faber. „Wir haben noch ein Gespräch mit Münzer und versuchen, alle Kanäle offen zu halten.“ Die Gemeinde habe aber das Gefühl, dass der Betrieb Interesse daran habe, „alles gut über die Bühne zu bringen“.

Die UVP-Behörde hat vor ihrer Entscheidung Stakeholder – wie zum Beispiel die NÖ Umweltanwaltschaft oder eben die Gemeinde – Stellung beziehen lassen. Sie konnten zudem Fragen stellen: „Wir sind auf alle Kritikpunkte sehr genau eingegangen und hoffen, dass die Missverständnisse ausgeräumt sind“, sagt Sigl.

40 Millionen Euro will die Münzer GmbH in die Biogasanlage auf dem ungefähr drei Hektar großen Areal investieren. Die Projektierung hat vor ungefähr zwei Jahren begonnen. Voraussetzungen für den Standort waren die mögliche Rohstoff-Versorgung, Wien-Nähe, das vorhandene Gasnetz und dass das Areal „weit weg von jeglichen Ortskernen“ ist. Sigl ist sich sicher: „Das ist ein Prestigeprojekt für die Gemeinde. Es handelt sich um die modernste Anlage in Österreich.“ Geplant ist eine Informationsveranstaltung für Bürger.

Werbung