Gehalt spaltet Gemeinde: Markus Forster tritt zurück. Amtsleiter Markus Forster tritt zurück. Ein Grund dafür ist der Streit über sein Gehalt im Gemeinderat, zudem wurde die Einstellung einer dritten Bürokraft abgelehnt.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 08. August 2018 (05:01)
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Markus Forster beendet mit Ende August seine Tätigkeit als Pillichsdorfs Amtsleiter. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.

Mit Ende 2015 bekam die Gemeinde mit Markus Forster einen neuen Amtsleiter – sein Vorgänger ging in die Altersteilzeit. Keine drei Jahre später legt Forster mit Ende August sein Amt nieder. Der gespaltene Gemeinderat setzte sein Gehalt per Beschluss herab und verweigerte die Einstellung einer zusätzlichen Bürokraft. Dann verkündete Forster die einvernehmliche Kündigung mit der Gemeinde.

Was war geschehen? Vizebürgermeister Erich Trenker (SPÖ) schildert die Vorgeschichte: „Nachdem der ehemalige Amtsleiter in Altersteilzeit gegangen ist, hat Forster versucht, mit seiner Kollegin die Arbeiten zu erledigen. Der vorherige Amtsleiter hat aber schon zusätzliche Unterstützung empfohlen, da sehr viel Arbeit anfällt.“ Zudem wurde Forster einer höheren Gehaltsstufe zugewiesen. Im März dieses Jahres sollte im Gemeinderat außerdem die Einstellung einer dritten Bürokraft beschlossen werden.

„Der vorherige Amtsleiter hat zusätzliche Unterstützung empfohlen, da sehr viel Arbeit zu erledigen ist.“Erich Trenker, SP-Vizebürgermeister

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Für Doris Luser-Chouker (MHUM) war das Gehalt des Amtsleiters Markus Forster zu hoch angesetzt.

Dies wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. MHUM-Gemeinderätin Doris Luser-Chouker begründet ihre Ablehnung: „Die Forderung nach einer dritten Bürokraft konnte seitens der Initiatoren nie schlüssig begründet werden. Trotz mehrmaliger Aufforderung des Prüfungsausschusses, die Tätigkeiten sowie die Zeiten im Amt aufzuzeichnen, wurde dies stets ignoriert.“

In einer Sitzung im Mai beschloss dann die Opposition, gemeinsam mit einigen ÖVP-Gemeinderäten, Forsters Gehalt hinunterzusetzen. Dieses wäre zu hoch angesetzt gewesen. In einer anschließenden Sitzung dann der Knalleffekt: Die Kündigung des Amtsleiters wurde bekannt gegeben.

Trenkers Ansicht nach provozierten diese Gemeinderäte somit Forsters Kündigung. Jene zwölf Gemeinderäte aus MHUM, UI und ÖVP wandten sich anschließend mit einem offenen Brief an die Bewohner Pillichsdorfs. Darin schildern die Verfasser noch einmal ihren Standpunkt: Die Untergrenze für das Gehalt des Amtsleiters sei gesetzlich niedriger festgelegt als von der Gemeinde bestimmt.

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Erich Trenker (SPÖ) ist der Ansicht, dass Markus Forster zum Rücktritt provoziert wurde und kritisiert die Opposition dafür.

Ein Alternativ-Vorschlag der Opposition: Tätigkeiten, wie etwa die Buchhaltung, könnten ausgelagert werden oder in Kooperation mit anderen Gemeinden erledigt werden. Trenker ist jedoch „kein Fall bekannt, bei dem die Buchhaltung ausgelagert wurde“. Er habe sich beim NÖ Gemeindereferat erkundigt. Ihm zufolge haben sich bis jetzt 14 Personen für die Stelle beworben. Luser-Chouker geht davon aus, dass die Stelle schnell wieder zu besetzen sein wird.

Markus Forster selbst wollte bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme abgeben. Er bittet aber darum, die politische Diskussion der Ereignisse nicht überzubewerten. Auch Bürgermeister Franz Treipl (ÖVP) hält sich mit einer Aussage zurück.