Meteorologe Rudi Wittmann: Wenig Schnee, zu warm. Poysbrunner Meteorologe Rudi Wittmann dokumentierte das Wetterjahr 2020.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 16. Januar 2021 (04:52)
Hobbymeteorologe Rudi Wittmann dokumentiert seit 1968 das Wetter in Poysbrunn. Jetzt zieht er Bilanz über das Wetterjahr 2020.
zVg

„Das Jahr 2020 war bei einem Temperaturmittel von +9,9 Grad um 1,1 Grad zu warm. Damit war es in den letzten 55 Jahren das sechstwärmste Jahr“, sagt Hobbymeteorologe Rudi Wittmann aus Poysbrunn. Seit mehreren Jahrzehnten beobachtet und dokumentiert er in seinem Heimatort Poysbrunn die Wetterdaten.

„Noch wärmer waren die Jahre 2000 mit +10 Grad, 2014 mit +10,3, 2015 mit +10,3, 2018 mit +10,5 und 2019 mit +10,3 Grad“, weiß Wittmann. Im Vergleich dazu war das kälteste Jahr 1996 mit +6,9 Grad. „Der wärmste Monat 2020 mit einer Abweichung von unglaublichen +4,1 Grad war der Feber, der kälteste Monat der Mai mit minus 1,7 Grad.“

Den heißesten Tag gab es in Poysbrunn am 10.7. mit +33 Grad, der kälteste war der 3.1. mit minus 2 Grad. „Es gab nie strengen Nachtfrost, minus 8 Grad erreichten wir an vier Tagen im Jänner und April. Das letzte Mal einen einstelligen Wert erreichten wir 1957 mit minus 7 Grad.“ Insgesamt gab es 2020 nur neun Eistage mit auch tagsüber unter 0 Grad.

Der Jahresniederschlag war mit 716,5mm überdurchschnittlich, üblich wären 630mm. Die niederschlagsreichsten Monate waren der Oktober mit 151mm und Juni mit 127mm, am wenigsten gab es im April mit 15mm. „Es gab mit 7 Zentimeter sehr wenig Schnee, üblich wären 69 Zentimeter. Es gab im ganzen Jahr keinen einzigen Tag mit einer durchgehenden Schneedecke“, sagt der Hobbymeteorologe: 2020 gab es sieben Gewitter, das ist die Hälfte des Durchschnitts.

Auch beim Sonnenschein war das Coronajahr 2020 unterdurchschnittlich: „Wir erreichten 1.819 Sonnenstunden, üblich wären 1.875 Sonnenstunden.“ Der sonnenreichste Monat war im April mit 291, die wenigste Sonne mit 15 Stunden gab es im Dezember.