Karl Wilfing: „Ich bin halt ein Gestalter“. Vor 25 Jahren wurde Wilfing Abgeordneter, Präsident des Landtags will er noch einige Zeit bleiben.

Von Werner Kraus. Erstellt am 03. April 2021 (04:05)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratuliert Landtagspräsidenten Karl Wilfing zu seinem 25-Jahr-Jubiläum.
NLK/Filzwieser, NLK/Filzwieser

Am 28. März 1996 wurde Karl Wilfing (ÖVP) im Bundesrat angelobt. Es war der Start seiner Abgeordnetenlaufbahn. Ein Vierteljahrhundert später feierte Wilfing als Landtagspräsident sein großes Jubiläum.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratuliert ihm dazu: „In diesem Vierteljahrhundert hat sich Karl Wilfing in all seinen Positionen – sei es im Bundesrat, im Landtag oder in der Landesregierung - immer mit vollem Einsatz für Niederösterreich und insbesondere für ‚seine‘ Weinviertlerinnen und Weinviertler eingebracht.“

„Die Leute müssen spüren, dass sich jemand mit ihren Wünschen und Sorgen identifizieren kann.“ Karl Wilfing, Landtagspräsident

Bereits Wilfings Vater Karl Wilfing sen. war für Niederösterreich im Bundesrat tätig. Dies war auch der Grund, warum aus dem Junior der Carlo wurde. „Ganz einfach um bei der Post unterscheiden zu können ob es für meinen Vater oder mich gehört“, erzählt der Politiker. Nach dem Bundesrat folgten der Landtag, die Landesregierung und zuletzt der erste Landtagspräsident. Bereits vorher, als Obmann der jungen ÖVP Niederösterreich, hat er Spuren im Bundesland hinterlassen: Dort setzte er seine ersten wichtigen Projekte um. Das nachhaltigste und sichtbarste Projekt Wilfings ist aber sicherlich die Weinviertelautobahn, die eng mit Carlo verbunden ist.

In seiner politischen Laufbahn war Wilfing stets Botschafter des Weinviertels: Egal wo er war, das Weinviertel war mit Carlo immer gut präsentiert. Am 24. Februar 2000 wechselte der Politiker in den Landtag und in den nächsten elf Jahren war er auch als Bürgermeister Poysdorfs und als Aufsichtsratsvorsitzender der Weinviertel Tourismus GmbH sehr engagiert für die touristische Entwicklung des Weinviertels tätig. Die Therme samt Hotel in Laa und die Etablierung des Weinviertel DAC verhalfen in dieser Zeit Wilfings Heimatregion zu einem Aufschwung. Der Politiker erlebte seinerseits einen Aufschwung und wurde regelmäßig zum niederösterreichweiten „Vorzugsstimmen-Kaiser“ unter den Landtagsabgeordneten gekürt: Seine rund 9.300 Stimmen bei der Wahl 2008 konnten erst bei der vergangenen Landtagswahl überboten werden.

2011 ging es dann schnell, als Wilfing während eines Osterurlaubs von Erwin Pröll einen Anruf für die Berufung in die Landesregierung erhielt. Die Wahl fand am 28. April 2011 statt.

In seiner neuen Funktion als Bildungslandesrat setzte Wilfing Akzente als Zuständiger für die Mariazellerbahn oder als Natur im Garten „Experte“. Das Top Jugendticket zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs trägt seine Handschrift und das Ausbauprogramm der Landeskliniken sowie die österreichweite Harmonisierung der Jugendschutzgesetze wurden ebenfalls von dem Poysdorfer verhandelt.

„Ich bin halt ein Gestalter. Wenn ich eine Idee habe, dann klemm ich mich dahinter und arbeite solange daran, bis sie umgesetzt wird. Wobei man auch unpopuläre Entscheidungen wie Schließungen treffen muss. Dabei habe ich aber gelernt: Wenn man den Leuten die Gründe ehrlich erklärt, dann verstehen es die meisten“, erzählt Wilfing. Das Gespräch mit den Leuten ist für Wilfing der Schlüssel zum Erfolg: „Die Leute müssen spüren, dass sich jemand mit ihren Wünschen und Sorgen identifizieren kann. Das gelingt mir offenbar sehr gut.“

Verfassungsrechtlich bekleidet Karl Wilfing als Landtagspräsident das höchste Amt im Land Niederösterreich, denn ohne Landtag gibt es keine Landesregierung. „Wobei das unsere Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sicher etwas anders sehen wird“, schmunzelt Wilfing. Welches Jubiläum der Landtagspräsident am Ende seiner politischen Laufbahn feiern wird, weiß er noch nicht, denn die Lebensqualität in Niederösterreich hochzuhalten ist „der Antrieb dafür, dass ich noch einige Zeit politisch aktiv sein werde“, so Landtagspräsident Wilfing.