Fix: Lagerhäuser vor der Fusion. Die Lagerhaus-Standorte Weinviertel Nordost und Mitte sollen zusammengeführt werden.

Von Werner Kraus. Erstellt am 16. Oktober 2019 (05:12)
Werner Kraus
Am 3. Oktober wurde in den Lagerhäusern Weinviertel Nordost und Weinviertel Mitte die Aufnahme von Fusionsgesprächen beschlossen. Die Verantwortlichen Reinhard Bauer und Josef Weiß sehen viele Vorteile in einer Zusammenlegung.

Am 3. Oktober wurde in den Lagerhäusern Weinviertel Nordost Poysdorf und Weinviertel Mitte in Mistelbach die Aufnahme von Fusionsgesprächen beschlossen.

Das Marktumfeld hat sich in den letzten Jahren massiv verändert: Im Bezirk Mistelbach gibt es seit 1995 um 59 %, im Bezirk Gänserndorf um 56 % weniger Landwirte. „Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden größer und brauchen nicht mehr in jedem Dorf ein Lagerhaus, sondern haben verstärkte Ansprüche an Kompetenz und Nachhaltigkeit“, betont Reinhard Bauer, Geschäftsführer des Raiffeisen Lagerhauses Weinviertel Nordost. Auch Obmann Josef Weiß, ebenfalls vom Lagerhaus Weinviertel Nordost, sieht viel Positives in einer Zusammenlegung:

„Mit dem Beginn von partnerschaftlichen Gesprächen mit der Region Weinviertel Mitte wollen wir gemeinsam Potenziale heben und Chancen nützen, die wir alleine nicht nützen könnten.“ Bei den Gewerbebetrieben wird in den Regionen schon seit Längerem eng zusammengearbeitet: Holztechnik und Elektrotechnik aus Nordost ergänzen sich hervorragend mit Dachdeckerei, Fliesenarbeiten, Spenglerei und Pflasterarbeiten aus Weinviertel Mitte. „Gemeinsam mit den Baumeisterpartnern aus der Region können wir damit alles rund ums Haus liefern. Die Region soll gestärkt werden und die Landwirte und Mitglieder sollen von der Fusion profitieren“, macht Bauer klar.

„Mit der gemeinsamen Kraft sind notwendige Zukunftsinvestitionen möglich, die uns als kleines Lagerhaus nicht möglich wären.“Josef Weiß, Obmann

Trotz der Fusion sind ein Abbau von Mitarbeitern oder Filialschließungen nicht vorgesehen. „Durch den natürlichen Abgang bei Pensionierungen soll die Zahl der Mitarbeiter leicht reduziert werden“, schränkt Bauer ein. Wichtig ist ihm als Geschäftsführer, dass die Mitglieder ebenso wie die Mitarbeiter laufend in den Verhandlungsstand der Fusionierung eingebunden werden, um auch die Ziele zu erkennen und von der Zukunftsfähigkeit der gemeinsamen Kompetenzstandorte zu profitieren. „Denn mit der gemeinsamen Kraft sind notwendige Zukunftsinvestitionen möglich, die uns als kleines Lagerhaus nicht möglich wären“, sagt Obmann Weiß.

Der Klimawandel stellt auch die Landwirte vor immer neue Herausforderungen. Heuer gab es allein durch die Mäuseplage um rund 12.000 Tonnen weniger Getreide als im Zehn-Jahres-Durchschnitt. „Das macht Druck auf die Bauern, die deshalb auch einen starken Partner mit attraktiven Preisen und Dienstleistungen benötigen“, erläutert Bauer.

Die Gesprächsbasis zwischen beiden Lagerhäusern ist gut. Im Mai oder Juni sollen die Generalversammlungen stattfinden, in denen die Verhandlungsergebnisse präsentiert und die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden. Danach wäre eine rückwirkende Fusion mit 1. Jänner 2020 möglich. Mit rund 150 Millionen Umsatz und 500 Mitarbeitern wäre das neue Lagerhaus auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, so die Verantwortlichen.