Säule und Stadt wieder eins. Nach der einjährigen Renovierung erstrahlt die Dreifaltigkeitssäule in neuem Weiß.

Von Werner Kraus. Erstellt am 16. September 2020 (04:06)

„Das ist heute ein denkwürdiges Ereignis, das man in den nächsten Jahrzehnten nicht so schnell wieder erleben wird“, betont Stadtpfarrer Bernd Kolo bei der Messe zur Segnung der Dreifaltigkeitssäule in Poysdorf. Sie steht nach einjähriger Renovierungsarbeit wieder stolz an ihrem Platz.

Seit mehreren Jahren wurde die Restaurierung der Säule geplant und mit dem Bundesdenkmalamt abgesprochen. Nach der Eröffnung der Autobahn sollte es geschehen: Durch das mit Salz getränkte Spritzwasser und die Abgase der schweren Lkws hat die Säule großen Schaden genommen. Weiters neigte sich die Säule, so war es notwendig sie komplett abzubauen, die Fundamente neu aufzubauen und nach einem Jahr Arbeit die Säule wieder aufzubauen.

Den Festgottesdienst zelebrierten Stadtpfarrer Bernd Kolo, Dechant Jacob Nwabor und die Kapläne Phocas und Boris. Pfarrer Kolo betonte, dass „jeder von uns eine kleine lebendige Dreifaltigkeitssäule sein kann, in dem er im Alltag in vielen kleinen Taten Glaube, Hoffnung und Liebe sichtbar macht“.

In den Monaten vor der Feier wurde die zwölf Meter hohe Säule in 120 Einzelteile zerlegt, die dann in einem Wasserbad entsalzt wurden. Viele Teile mussten ergänzt und überarbeitet werden. Die Säule ist aus Zogelsdorfer Kalksandstein, der natürlich den Umweltbelastungen des Verkehrs nicht gewachsen war. Doch nun erstrahlt die Säule wieder in neuem Weiß.

Bürgermeister Thomas Grießl freut sich, dass der Mittelpunkt der Stadt mit der Säule wieder markiert ist. Doch das Denkmal ist mehr als das: Die Dreifaltigkeitssäule ist auch ein Platz zum Innehalten und Haltsuchen. Landtagspräsident Karl Wilfing betonte, dass diese Säule nur errichtet werden konnte, weil viele etwas dazu beigetragen haben. „Auch die Herausforderungen der heutigen Zeit werden wir schaffen, wenn wir zusammenstehen und gemeinsam für Poysdorf arbeiten“, ist sich Wilfing sicher.