„Wir ersparen uns drei bis vier Monate“. Asfinag will Zeit des Wartens nutzen: „Die Bauausschreibungen werden vorgezogen“, so SP-Nationalrat Kuzdas.

Von Sandra Frank. Erstellt am 05. August 2014 (08:14)
NOEN, Foto: Archiv
Hubert Kuzdas sprach mit der Asfinag: »Sie zieht Bauausschreibung vor!«
„Ich bin happy! Das ist das Positivste, was ich seit Beginn dieser Misere gehört habe“, ist Egon Englisch begeistert. Grund für seine Freude: „Die Asfinag wird die Bauausschreibungen vorziehen“, berichtet SP-Nationalrat Hubert Kuzdas.

Derzeit werden die Einsprüche gegen den Ausbau der A5 vom Bundesverwaltungsgerichtshof bearbeitet. Das kann – und wird vermutlich – bis zu sechs Monate dauern. „Während dieser Zeit kann man entweder nichts tun, oder man kann diese Zeit vernünftig nutzen“, berichtet Kuzdas. Er führte Gespräche mit der Asfinag und weiß nun, dass diese die Zeit des Wartens nutzen will: „Die Bauausschreibungen werden vorgezogen. Diese Information ist von heute in der Früh“, berichtet der Abgeordnete am Montagnachmittag.

„Während dieser Zeit kann man entweder nichts tun, oder man kann diese Zeit vernünftig nutzen.“ Nationalrat Hubert Kuzdas (SPÖ) verkündete am Montag, dass die Asfinag die Bauausschreibung vorziehen werde.

Konkret bedeutet das, dass sich die Firmen die Ausschreibungsunterlagen abholen, ein entsprechendes Angebot ausarbeiten und abgeben können. „Die Kuverts bleiben bis zur Urteilsverkündung zu“, weiß Kuzdas. Doch sobald der Gerichtshof über die Einsprüche entschieden hat, können die Angebote geöffnet werden. „Dieser Vorgang erspart uns drei bis vier Monate“, sagt Kuzdas.

„Die Nachbesserungen für den A5 Nord-Abschnitt Poysbrunn-Staatsgrenze vom Juli 2014 zeigen, dass die von der BI A5 Mitte erhobenen Vorwürfe in Bezug auf Oberflächenwasser berechtigt waren“, freut sich indes Renate Vacha, Sprecherin der Bürgerinitiative „A5 Mitte“.

„Initiative bemüht sich um Verbesserungen“ 

Mit den Einsprüchen musste die Bürgerinitiative viel Kritik einstecken. Sie seien schuld, dass sich der Ausbau der Nordautobahn verzögert. „Die Einsprüche von Vacha und ihrer Gruppe dienen der ÖVP jetzt als Blitzableiter. Aber in Wirklichkeit hat‘s die ÖVP verbockt“, ist Johann Kleibl von der Bürgerinitiative „B7: Lkw Transit nein danke“ überzeugt.

In ihrer Aussendung „A5 aktuell“ vom Juli 2014 zählt die Asfinag die wesentlichen Projektänderungen auf. Darunter: Änderungen am Entwässerungssystem. „Die vorgelegten Unterlagen zeigen, dass die von der BI A5 Mitte verlangten Entwässerungsmaßnahmen möglich und daher Stand der Technik sind“, meint Vacha.

System „nicht am Stand der Technik“

Zum Vorwurf, dass die Bürgerinitiative den Ausbau der Nordautobahn verhindere, stellt Vacha klar: „Die Bürgerinitiative bringt lediglich die Dinge auf den Punkt und bemüht sich redlich um Verbesserungen, die heutzutage möglich sind.“

Salzeintrag in Gewässern durch Streuung im Winter sei schädlich, daher müsse das Salz ausreichend verdünnt werden, weiß die Bürgerinitiative.

Das für den Abschnitt Schrick-Poysbrunn vorgesehene System sei „nicht am Stand der Technik“, lautete die ursprüngliche Kritik. „Am nördlichsten Stück der A5 sollen nun 3-Kammer-Becken kommen, die Abhilfe für das Problem schaffen“, entnimmt Vacha den Projektänderungen.

Projektänderungen der A5

Ausbau in zwei Stufen

Stufe 1: Zweispurige Umfahrung Drasenhofen – die Umsetzung dieser Stufe ist mit der Verkehrsfreigabe des davor liegenden Abschnittes (A 5 Schrick bis Poysbrunn) zeitlich gekoppelt.

Stufe 2: Vollausbau bis zur tschechischen Grenze – diese Realisierung ist vom Fortschritt des angrenzenden tschechischen Autobahnprojekts R52 und der Entwicklung des Verkehrs abhängig.

Änderung am Entwässerungssystem: Aufgrund der Änderung von Richtlinien und neuer Erkenntnisse im Umgang mit Straßenabwässern wurde das Entwässerungssystem entsprechend überarbeitet. Es sind nun 3-Kammer-Becken vorgesehen. Quelle: A 5 aktuell