Ladendorf: 89-Jähriger soll Ehefrau erstochen haben. Am Landesgericht Korneuburg hat am Dienstagvormittag der Prozess um eine im August 2020 in Ladendorf (Bezirk Mistelbach) verübte Bluttat begonnen.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 19. Januar 2021 (10:39)
Landesgerichts Korneuburg
APA (Archiv/Fohringer)

Im Zentrum stand ein mittlerweile 89 Jahre alter Betroffener, der seine 80-jährige Ehefrau erstochen haben soll. Dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen zufolge ist der Weinviertler nicht zurechnungsfähig. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Verübt wurde die tödliche Attacke in den frühen Morgenstunden des 6. August 2020 im gemeinsamen Wohnhaus des Ehepaares. Der von Manfred Arbacher-Stöger verteidigte Pensionist soll seiner langjährigen Partnerin mit einem Küchenmesser mit etwa 15 Zentimetern Klingenlänge zahlreiche Stich- und Schnittwunden im Halsbereich zugefügt haben. Der österreichische Staatsbürger suchte nach der Attacke selbstständig die örtliche Polizeiinspektion auf, stellte sich und wurde festgenommen.

Die Beziehung der beiden Eheleute zueinander wird im Antrag auf Unterbringung als durchaus idyllisch dargestellt. Die Rede ist von einem beschaulichen und ruhigen Familienleben ohne "gröbere Streitereien und Auseinandersetzungen".

Dennoch sprach der Betroffene bei einer Einvernahme im Ermittlungsverfahren von einem persönlichen Motiv für die Bluttat. Die 80-Jährige habe im Verwandten- und Freundeskreis schlecht über ihn geredet, führte der Weinviertler ins Treffen. Ein von der Partnerin serviertes Gericht, nach dessen Konsum sich seine Zahnprothese verklebt hätte, habe letztlich zum Tötungsentschluss geführt.

Im psychiatrischen Gutachten kam der Sachverständige Werner Brosch zum Ergebnis, dass der 89-Jährige an einer "wahnhaften Störung in Form eines Verfolgungswahns" leide. Ebenso diagnostiziert wurde eine leichte bis mittelschwere Demenz. Zu rechnen sei außerdem mit "weiteren, mit schweren Folgen verbundenen gleichartigen Taten", betonte der Experte. Empfohlen wurde daher eine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher gemäß Paragraf 21 Absatz 1 Strafgesetzbuch.