Höllenritt in die 206 Meter tiefe Höhle. Ballonfahrer Ivan Trifonov wagte sich mit seinem Heißluftballon in die enge Mamet-Höhle und fuhr wieder heraus.

Von Josef Christelli. Erstellt am 29. September 2014 (11:56)
NOEN, Christelli/Tri-Flug
Senkrecht ist Ballonfahrer Ivan Trifonov in die Mamet-Höhle eingefahren und wieder hinaus. Bei diesem Abenteuer hing er ohne Korb unter dem Ballon.
Ballonfahrer Ivan Trifonov aus Pürstendorf ist mit seinem Ballon in die 206 Meter tiefe Mamet-Höhle im Velebit-Gebirge im Nationalpark Pakleniza (Kroatien) hinein und von ganz unten wieder hinausgefahren. Ein Eintrag im Guinness Buch der Rekorde ist ihm sicher.

Der Eingang der Höhle befindet sich auf 760 Meter Höhe und geht nicht ganz senkrecht in die Tiefe. Für das Projekt in memoriam Jules Verne hat Trifonov vorerst kroatische Hilfe erfahren. „Finanziell wurde ich unterstützt und Helfer schleppten mein Material auf den Berg und wieder zurück“, so der erfahrene Ballonfahrer. Das kroatische Fernsehen hat die lebensgefährliche Fahrt mit zehn Kameras und einer Drohne gefilmt. Das war die tiefste und längste Ballonfahrt unter der Erde in der Geschichte.

„Die Sicht war total  verschlossen“

Nach der Mittelmeerüberquerung im Ballon, einem ersten Tauchgang unter dem Nordpol sowie der geschichtsträchtigen Überquerungen von Nord- und Südpol im Ballon erwartet Trifonov einen weiteren Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Die Fahrt war voller Risken, Trifonov freut sich, dass er überlebt hat, auch wenn sein gefährliches Unternehmen ihm eine Platzwunde beschert hat.

Mit einem eigens entwickelten Sitz statt des Korbes und ausgerüstet mit einer langen Stange, um in dem Höhlentrichter nicht an die Felsen geschmettert zu werden, schaffte er das Absinken und Aufsteigen mit Mühe. „Als ich am Grund angekommen war, plauderte ich ein paar Worte mit beiden Kameramännern und belauschte das mehrfache Echo, welches mein Jodler in diesem riesigen Dom der Natur ausgelöst hat. Dann begann ich mit dem Aufstieg, der mir ziemlich im Magen lag“, erzählt der Extrem-Ballonfahrer.

Spektakuläre Landung gewagt

„Die Sicht hinauf war durch die Ballonhülle total verschlossen. Ich bin langsam hinaufgestiegen, habe zuerst drei Felsen und Makiasträucher berührt, wobei nach jeder Berührung der Ballon etwas seitlich versetzt wurde. Jeden Augenblick fürchtete ich Risse in der Hülle, was den sicheren Absturz bedeutet hätte. Dann kam ich zur anderen Engstelle hinauf und prompt hatte ich nun links zwei Berührungen, dass es nur so an der Hülle kratzte. Der „Hades“, die griechische Unterwelt, war ziemlich nahe“, schildert Trifonov sein Wagnis.

„Aber dann sah ich rundherum die Höhlenöffnung, die Berge und das Meer!“ Das entlockte dem Kapitän der Lüfte einen „Juchatzer“. Doch ganz ungeschoren kam er nicht davon. Der Wind beschleunigte in Richtung „Golub Kamen“ (Taubenstein) und daher wagte er in einem steilen, mit großen Steinen übersäten Hang eine spektakuläre Landung: „Ein Salto nach vorne und etliche Rollen hinunter, ich habe mich nach der Landung wie ein geklopftes Schnitzel gefühlt und eine Gürtelschnalle hat mir eine Platzwunde am Kopf verpasst“, schildert Trifonov, der die „Höllenfahrt“ zum 45. Hochzeitstag gemacht hat. Die Wunde wird heilen und jetzt wird gefeiert.