30 Jobs mit Recycling in Neudorf. PVT-Austria baut aus: In leeren Hallen sollen Elektroautobatterien zerlegt werden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 10. Juni 2020 (04:35)
Symbolischer Spatenstich für die neue PV-Anlage am Dach der PVT-Austria: Bürgermeister Stephan Gartner, Vizebürgermeister Clemens Manhart und Johannes Rindhauser und James Williamson von der PVT-Austria.
F: mpf

Der Spatenstich sollte den Neuanfang symbolisieren: In der Vorwoche wurde der offizielle Startschuss für eine neue 200-Kilowatt-Photovoltaik-Anlage am Dach des PVT-Firmengebäudes in Neudorf gegeben: Denn die PVT-Austria hat neue Eigentümer und will mit neuem Konzept und neuen Plänen durchstarten.

Erste Kunden konnten schon lukriert werden

2015 trennte sich die PVT-Austria, nachdem sie durch Billigimporte aus China unter Druck gekommen war, von der Produktion von Photovoltaikelementen und wandelte sich zum Komplettanbieter für Planung, Aufbau und Betrieb von PV-Anlagen. Dieses Know-how soll jetzt gebündelt und vor allem bei internationalen Großanlagen eingesetzt werden.

Möglich machen das die neuen Eigentümer: Johannes Rindhauser, Experte für PV-Anlagen-Planung und Bau, Franz Schweighofer, Energieexperte und Energierechtler und Projektfinanzierer James Williamson wollen ihr Wissen und die hinter ihnen stehenden Firmen dazu nutzen, die PVT-Austria zum internationalen Player zu machen.

Und es konnten schon erste Kunden lukriert werden: Nationale und internationale Energieversorger, Automobilkonzerne, Gemeinden und börsennotierte Immobilienfonds. Mit einem derartigen laufen momentan Gespräche wegen der Nutzung der Dachflächen von Einkaufszentren. Ein Pilotprojekt mit 240 kW soll in Bratislava entstehen. Ein Kleinprojekt? „Ja“, gesteht Johannes Rindhauser: „Aber eines, das man „copy-pastemäßig“ auf die anderen 220 Einkaufszentren der Immobiliengruppe in ganz Europa setzen kann.“

„Keine gefährlichen Stoffe, keine chemischen Prozesse und kein großartiger Verkehr.“ Johannes Rindhauser verspricht viel Positives

Wozu die neue 200 kW-Anlage am Dach? Einerseits kann sie ein Bürgerbeteiligungsprojekt werden, andererseits soll die Energie in ein weiteres Projekt der PVT-Austria fließen: Denn in der leer stehenden Produktionshalle sollen künftig die Batterien von Elektroautos mechanisch zerlegt und die Komponenten in den Produktionskreislauf rückgeführt werden.

„Franz Schweighofer ist schon jetzt Partner von Konzernen bei der Wiederaufbereitung von Autobatterien. Nur bekommt er an seinem Standort in Salzburg keine zusätzlichen Flächen“, weiß Rindhauser. In Neudorf gebe es diese Flächen - und sie sollen noch um 15.000 m² erweitert werden. Auch hier soll eine PV-Anlage errichtet werden.

Was bedeutet die Aufbereitung der Elektroautobatterien für Neudorf? Rund 30 Arbeitsplätze, keine chemische Behandlung der Batterien, da sie vorzerlegt in Kleintransportern geliefert werden und dann in ihre Komponenten zerlegt werden. „Also keine gefährlichen Stoffe, keine chemischen Prozesse und kein großartiger Verkehr“, verspricht Rindhauser.

Und noch etwas ermöglicht die PVT-Austria für Neudorf: Porsche konnte für ein Carsharingprojekt gewonnen werden, bei dem die Gemeinde nichts draufzahlen muss. Geplant sind Dockingstationen beim Gemeindeamt und bei der PVT-Austria, die e-Autos können dann von allen Neudorfern verwendet werden. „Ganz wichtig für den ländlichen Raum“, findet Neudorfs Bürgermeister Stephan Gartner.