Fachvortrag "Ökologie und Technik Hand in Hand". In einer interessanten Veranstaltung im INFO-Center in Rabensburg, wurde der Abschluss der Sanierung des Hochwasserschutzes und die Errichtung des Querdammes-Thayastrasse in Rabensburg vorgestellt. Dabei wurde auch das gesamte Projekt Hochwasserschutz an March und Unterer Thaya, das nunmehr fertiggestellt ist, präsentiert.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 23. Oktober 2019 (17:17)

Die Gemeinden an March und unterer Thaya, bis Bernhardsthal, sind jetzt vor einem hundertjährigen Hochwasser, mit einer zusätzlichen Sicherheitshöhe der Anlagen, von mindestens weiteren 70 Zentimetern, geschützt. Das Projekt wurde 2006, nach dem damaligen verheerenden Hochwasser, begonnen und ist nun fertiggestellt. Die Hochwasserschutzanlagen an March und Thaya bieten Sicherheit für rund 18.000 Bewohner der Region in zehn Gemeinden.

Beim Bau der Anlagen waren viele Interessen zu berücksichtigen. So war etwa die Erhaltung wertvoller Lebensräume, wie des Natura 2000-Schutzgebietes für Amphibien und Vögel, eine Vorgabe. Die Bauzeitpläne nahmen daher Rücksicht auf die Lebenszyklen von Brut- und Wasservögeln, ebenso auf die von Fröschen, Kröten und weiteren Amphibien. 

Ufer wurden gesichert

Zusätzlich wurde, um den vollständigen Schutz des Siedlungsgebietes im Hinterland von Rabensburg und Hohenau zu gewährleisten, ein sogenannter Querdamm (750 Meter), im Zuge der Thayastrasse, errichtet. Er, soll, bei einem Versagen der bestehenden Dämme flussaufwärts von Rabensburg, im Zusammenhang mit dem 10,4 Kilometer langen Längsdamm, einen vollständigen Schutz vor Hochwasser garantieren.

Innovative ingenieurbiologische Lösungen kamen dabei zum Einsatz. So halfen Studierende der Universität für Bodenkultur Wien, im Rahmen eines einwöchigen Baupraktikums, die Uferbereiche am „Kleinen Mühlteich“ in Rabensburg ökologisch aufzuwerten. Dabei wurden Lärchenpiloten und Weidenfaschinen eingebracht, um die Ufer zu sichern und die Begrünung zu gewährleisten. 

Das Projekt „Hochwasserschutz „March / untere Thaya“ wurde in Rabensburg von Gerhard Gürtlich (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technik), Norbert Knopf (Land Niederösterreich, Abteilung Wasserbau), Hans Peter Hasenbichler (via-donau), Wolfram Erasim (Bürgermeister Rabensburg) und Robert Meißl (Obmann Wasserverband und Bürgermeister Angern) vorgestellt.

Mit zwei Fachvorträgen: „Hochwasserschutz March untere Thaya: Vom Sanierungskonzept zum modernen Hochwasserschutzsystem“ (Stefan Scheuringer, viadonau) und „Querdamm Rabensburg: Hochwasserschutz und Ökologie Hand in Hand“ (Günther Schattauer, viadonau / Johannes Rauch, BOKU) wurde die Veranstaltung fortgesetzt. Anschließend ging es geführt zum Querdamm, wo das baubiologische Projekt vor Ort eingehend vorgestellt wurde (Werner Lazowski - Ökologe), Hans Peter Rauch - BOKU).

Ein paar wichtige Eckpunkte:

Insgesamt wurden 75 Kilometer Hochwasserdämme gebaut, davon 68 Kilometer Dammanlagen neu errichtet, was heißt, dass dort zusätzlich Dichtwände eingebaut wurden.

Diese Dämme sind auch befahrbar und ein sogenannter Dammverteidigungsweg, gesichert zusätzlich mit „Schotterwänden“, auf der „Luftseite“ wurde angelegt.

Bei sieben Kilometern – im Bereich der Thaya - wurden die vorhandenen Anlagen verdichtet und die Dammkronen neu gebaut. Dammverteidigungsweg und Schotterwände wurden nicht angelegt..

Die veranschlagten Gesamtkosten des Projekts, inklusive der Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser 2006, wurden eingehalten und betrugen 127 Millionen Euro.