Schweinbarther Kreuz: Gemeinsam für die Bahn. Gemeinden hinterfragen Entscheidung und fordern den Fortbestand der Bahnlinie.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 29. Juni 2019 (05:50)
Christoph Szeker
Gemeinden entlang der Bahnstrecke Schweinbarther Kreuz möchten per Resolution die Einstellung der Bahn verhindern.

Während die VOR bereits die neuen Fahrpläne für die Busse präsentiert hat, beschlossen die Gemeinderäte in Pillichsdorf, Großengersdorf und Bockfließ eine Resolution zum Erhalt des Schweinbarther Kreuzes. Denn wie berichtet, soll die Bahnlinie mit Dezember von der ÖBB eingestellt werden. Ab September sollen bereits Busse fahren.

Der Beschluss zur Einstellung der Bahn erreichte die Gemeinden im März und wurde mit Überraschung aufgenommen. Viele Argumente wurden diskutiert. Fest steht jedenfalls, dass für einen weiteren Betrieb der Bahn auch Investitionen notwendig wären. Allerdings sind viele der Ansicht, dass die Bahn aufgrund schlechter Fahrpläne und Anschlussmöglichkeiten unattraktiv wurde.

Per Resolution fordern Pillichsdorf, Großengersdorf und Bockfließ daher unisono eine erneute Evaluierung der Entscheidung zur Einstellung der Bahn. Diese Entscheidung basiert auf einer Fahrgastzahl von 2.000 pro Tag, welche für einen effizienten Betrieb notwendig wäre. Selbst mit Investitionen in die Bahnlinie sei dies aber nicht zu erreichen.

„Weinviertel auf Schiene“ kritisiert Bus-Fahrzeiten

In dem Schriftstück aus Bockfließ wird daher erfragt, wie diese Mindestzahl zustande kam. Außerdem wird auf das starke Verkehrsaufkommen durch den Ort hingewiesen und die Gemeinde schlägt den Einsatz des hybriden ÖBB Cityjet eco vor. Die Verlässlichkeit der Bahn sei zudem ein wichtiger Zukunftsfaktor für die Gemeinde und sie sollte daher ausgebaut werden.

Für den Busverkehr können sich die Gemeinden allesamt wenig erwärmen: Im bereits problematischen Berufsverkehr würden die Busse beim Stehenbleiben den Verkehr noch zusätzlich behindern. Im Gemeinderat Pillichsdorf wurde dies scherzhaft mit der Aussage „eigentlich ist das eine super Verkehrsberuhigung“ kommentiert.

In einer Aussendung der Plattform „Weinviertel auf Schiene“ wird darüber hinaus die Fahrzeit der Busse kritisiert, die in zahlreichen zusätzlichen Haltestellen in den Ortschaften stehenbleiben werden. „Weinviertel auf Schiene“ unternahm eine Testfahrt von Wolkersdorf bis Groß-Schweinbarth mit 25 Haltestellen und ist überzeugt: „Der Bus ist fast doppelt so lange unterwegs wie die Regionalbahn.“ 42 statt 22 Minuten mit der Bahn brauchten die Testfahrer für die Strecke.