SPÖ bei Schweinbarther Kreuz gegen Landespläne. SPÖ berief Infoveranstaltung ein und übte Kritik an Bus-Plänen des Landes. Zudem seien laut den Roten keine Gespräche mit Regionalpolitikern geführt worden.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 03. Mai 2019 (13:15)
Christoph Szeker

Großes öffentliches Interesse weckte vergangenen Freitag das Thema Schweinbarther Kreuz: An einer Info-Veranstaltung der SPÖ im Gasthaus Glöckler nahmen gut 80 Personen teil. Die Bahnlinie soll, wie berichtet, per Dezember eingestellt und durch Busverkehr ersetzt werden. Als Referenten für die SPÖ sprachen Organisator Gerhard Umscheider, Clemens Mechtler (vida-Regionsvorsitzender), Adolf Wimmer (Gewerkschafter), sowie die beiden SPÖ-Nationalräte Rudolf Plessl und Melanie Erasim.

Die Stimmung im Saal war von Anfang an aufgeheizt, als sich der ehemalige Lokführer Wimmer einleitend an die versammelten Zuhörer wandte. „Aus Erfahrung weiß ich, dass viel versprochen wird und nach gewisser Zeit viel zurückgenommen wird“, sagte er im Hinblick auf die vom Land versprochenen 70 Busse pro Tag. Die E-Busse gebe es zudem noch einige Jahre nicht. Eine Verbindung von Gaweinstal nach Wien wäre nach wie vor wünschenswert.

Wimmer warnt außerdem, dass es schwierig sein wird, die budgetierten Pläne zu ändern, wenn diese bis Ende des Jahres im Verkehrsdienstevertrag verankert sind. In diese Kerbe schlug auch Nationalrätin Erasim: Sie sprach von einer geringen Chance, die Entscheidung umzukehren, möchte aber alles „in ihrer Macht Stehende tun“, um für die Bahnlinie zu kämpfen. Sie kreidete an, dass in einer Vorankündigung im Dezember die Linie noch eingeplant war und dann ohne beratende Gespräche mit Regionalpolitikern eine Entscheidung dagegen gefällt wurde.

Nationalrat Plessl kam als Vertreter für den Bezirk Gänserndorf. „Es wäre sinnvoll gewesen, die Bürgermeister vorher zu informieren“, sagte er. Die Schließung der Linie sei die schlechteste Lösung. Über eine Petition werden derzeit Stimmen für den Erhalt des Schweinbarther Kreuzes gesammelt.

Raumordnung arbeitete auf die Schnellbahn hin

Nach den Vorträgen der Referenten meldeten sich Gäste aus dem Publikum zu Wort: Einer kritisierte, dass in Großengersdorf der Verkehr bereits ein großes Problem sei und Busse dieses nur noch verschärfen. Ein anderer forderte eine Schleife in Obersdorf, um mit dem Zug schneller von Mistelbach nach Gänserndorf zu kommen. Pillichsdorfs Bürgermeister Franz Treipl (ÖVP) war wie sein Amtskollege Christian Hellmer anwesend und erinnerte, dass „die Raumordnung Jahrzehnte lang darauf hingearbeitet hat, dass sich Siedlungen zur Schnellbahn hinbewegen“.