Poysdorferin zeigt Nachhaltigkeit in der Küche. Die 86-jährige Margareta Kraus teilt ihre Tipps für gutes Wirtschaften in der Küche. Nichts soll im Müll landen.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 16. Juni 2021 (04:44)
Margareta Kraus
Margareta Kraus beim Kochen von Apfelkompott. Sie versucht, möglichst alles in der Küche zu verwerten.
Werner Kraus

Beim Thema Lebensmittelverschwendung spielen nicht nur Supermärkte und Nahrungsmittelproduzenten eine große Rolle. Auch das gekonnte und nachhaltige Wirtschaften mit Lebensmittel im eigenen Haushalt steht im Vordergrund, denn rund ein Drittel der Lebensmittelabfälle stammt aus privaten Haushalten.

Sparsame Umgang mit Essen erlernt

Von älteren Menschen lässt sich in dieser Hinsicht viel lernen, wurden sie doch in eine Zeit hineingeboren, als noch nicht alles im Überfluss verfügbar war. „Bei uns wurde immer schon alles verwertet, das habe ich bereits bei meiner Mutter in Retz gelernt und auch an meine Kinder weitergegeben“, erzählt die 86-jährige Margareta Kraus. „Ich musste zwar nie Hunger leiden, aber der sparsame Umgang mit Essen wurde uns gelehrt.“

Lebensmittel haben in ihrem Haushalt einen hohen Stellenwert und beim Kochen wird immer zuerst geschaut, was verarbeitet werden muss. „Freunde von uns wissen, dass ich ein guter Restlverwerter bin“, so die Poysdorferin. „Wenn ein paar Erdäpfel von zu Mittag übrig sind, gibt es am Abend einen Grenadiermarsch. Mit einem Stück Rindfleisch kann man kalt einen köstlichen Salat machen. Selbst wenn die Milch schon älter ist, sind Palatschinken und Frittaten für die Suppe noch immer eine gute Möglichkeit und aus Äpfeln, die nicht mehr zum frisch essen sind, mache ich ein erfrischendes Apfelkompott“, teilt Margareta Kraus ihre Tipps.

Kellerstiege als Kühlschrank

Früher diente ihr eine kalte Kellerstiege als Kühlschrank, die ihren Zweck gut erfüllte. Heutzutage können Produkte durch Einfrieren in Tiefkühltruhen sogar sehr gut konserviert werden, weiß sie: „Da muss wirklich nichts kaputt werden“.

Wichtig ist laut Margareta Kraus, dass Kinder den sparsamen Umgang mit Lebensmitteln von Anfang an lernen: „Wie bei allem gilt auch hier der Grundsatz - was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“.

Als sehr wertvoll betrachtet die 86-Jährige zum Beispiel die Fachschule für Ökologie und Hauswirtschaft in Poysdorf, wo auch die Wertigkeit von Lebensmitteln gelehrt wird. „Das ist echt eine Schule für’s Leben“, meint Margareta Kraus.