Schock für Landwirt: Granate detonierte unter Pflug. Landwirt löste bei Arbeit in Ritzendorf Granate aus dem Zweiten Weltkrieg aus.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 02. Dezember 2020 (05:12)
Elf Granaten einer Wehrmachtsartilleriestellung in Ritzendorf bargen die Mitarbeiter der EOR Munitionsbergung Matzen auf einem Acker in Ritzendorf, eine zwölfte Granate detonierte, als ein Landwirt mit seinem Pflug darüber ackerte. Im Bild: Entminungsspezialisten Lukas und Andreas Herrmann.
EOR Munitionsbergung Matzen

Unwahrscheinliches Glück hatte ein Landwirt in Ritzendorf, dem kleinen Ort in der Gemeinde Kreuttal, bei der Feldarbeit. „Der Landwirt war gerade dabei, sein Feld zu pflügen, als er einen dumpfen Knall hörte und der Pflug gut einen halben Meter in die Höhe sprang“, erzählt Andreas Hermann von der EOR Munitionsbergung Matzen:

„Als er dann nachsehen ging, was die Ursache für den Knall war, sah er verstreut auf dem Acker liegende Granaten an der Oberfläche und verständigte die Polizei.“

„In jedem Fall hatte der Landwirt unwahrscheinliches Glück, da eine Explosion sehr schnell weitere Granaten zünden kann!“ Andreas Hermann, Entminungsexperte

Diese verständigte den Entminungsdienst des Bundesheeres. Der Entminungsdienst konnte dann noch weitere zwölf Stück 10.5 cm Deutsche Sprenggranaten bergen und machte den Landwirt darauf aufmerksam, dass auf dem Feld noch weitere Munition liegen könnte.

Da diese aber erst sondiert, also gesucht, werden müsse, sollte er sich an eine Firma wenden, die für Kampfmittelräumarbeiten spezialisiert ist, sagten ihm die Behörden und verwiesen ihn an die EOR Munitionsbergung Matzen:

Artilleriestellung der letzten Kriegstage

„Unser Unternehmen wurde beauftragt und wir haben schnell festgestellt, dass es sich um eine ehemalige Artilleriestellung der Deutschen Wehrmacht handelt, die hier am 16. und 17. April 1945 verzweifelt versucht hatte, die massiv aus den Wäldern vordringenden Rotarmisten irgendwie zurückzuhalten“, schildert Andres Hermann. Denn zur Suche nach Weltkriegs-Granaten gehört auch die historische Einordnung der Funde.

Sondierung und Bergung der scharfen Granaten und Munitionsteile: Keine ungefährliche Arbeit für die Entminungsspezialisten.
EOR Munitionsbergung Matzen

Die Matzener bargen weitere elf Granaten sowie Munition und Treibladungskartuschen – in Summe 23 explosive Teile: „In jedem Fall hatte der Landwirt unwahrscheinliches Glück, da eine Explosion, auch wenn sie unterirdisch stattgefunden hat, sehr schnell weitere Granaten zünden kann“, warnt Hermann.