100 Jahre Fasching: Ein Fixpunkt in Wolkersdorf. Topothekar Herbert Kraus gibt eine Rückschau auf den Wolkersdorfer Karneval.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 28. Januar 2021 (04:44)
Eine riesige Menschenmenge am Wolkersdorfer Hauptplatz beim Faschingsumzug 1972.
Topothek

„Mit einer Faschingsliedertafel im Gasthaus Ludl ist auch in unserer stillen Stadt Prinz Karneval eingezogen!“, so zu lesen in einem Zeitungsartikel im Neuigkeits-Welt-Blatt im Jahre 1906.

Schon zu jener Zeit, vor über 100 Jahren, wurde in Wolkersdorf der Fasching ausgiebig gefeiert: An die gut besuchten musikalischen Vorträge des Wolkersdorfer Männergesangsvereins schloss sich damals ein Tanzkränzchen an, „das einen sehr animierten Verlauf nahm und bis in die Morgenstunden währte,“ wie der Reporter im Neuigkeits-Welt-Blatt zu berichten wusste.

Seit dieser ersten beurkundeten Faschingsveranstaltung in Wolkersdorf haben die Bewohner die Tradition über die Jahrzehnte fortgeführt und erweitert: Faschingsbälle, Faschingsfeiern im Schloss, im Kindergarten und in den Schulen gehören zu den jährlichen Veranstaltungen. Nicht zu vergessen die großen Faschingsumzüge der 1960er- und 70er-Jahre, sowie die Faschingsfeiern am Hauptplatz und das mittlerweile Tradition gewordene Traktorrennen zum Faschingsbeginn am 11.11. um 11:11 Uhr.

Der Wolkersdorfer Topothekar Herbert Kraus hat Dokumente von 1930 bis in die Gegenwart zusammengestellt und führt am Donnerstag, 28. Jänner, in einer Zoom-Konferenz durch die Geschichte der Wolkersdorfer Faschingsveranstaltungen.

„Fixpunkte im Jahreslauf vermitteln Struktur und ermöglichen zeitliche Orientierung“, ist Bürgermeister Dominic Litzka überzeugt. „Deshalb herzlichen Dank an Topothekar Herbert Kraus, der durch diese digitale Rückschau die Narrenzeit auch in der aktuellen Pandemie-Situation aufleben lässt.“