Abschnittskommandant Wanderer: „Ständig anpassen“. Johann Wanderer tritt bei der nächsten FF-Wahl altersbedingt nicht mehr an. Er will Platz für Jugend machen.

Von Susanne Bauer. Erstellt am 07. Januar 2021 (04:11)
FF-Abschnittskommandant Johann Wanderer wird bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten. Er war 45 Jahre Feuerwehrmann und lange in leitender Position tätig.
zVg

Abschnittskommandant Johann Wanderer wird altersbedingt bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten. Die NÖN bat den langjährigen Feuerwehrmann im Interview um einen Rückblick auf das Feuerwehrwesen:

NÖN: Wann sind Sie zur Feuerwehr gekommen und wie ging Ihre FF-Karriere weiter?

Johann Wanderer: Das war am 1. Jänner 1975, ich war damals 16 Jahre alt. Die Karriere begann 1981 nach der Beförderung zum Gruppenkommandant, 1989 wurde ich Zugskommandant und 1995 bis 2016 Feuerwehrkommandant. 2004 bis 2011 war ich Unterabschnittskommandant und ab 2011 bis 2021 arbeitete ich dann im Abschnittsfeuerwehrkommando mit und im Katastrophenhilfsdienst bin ich seit 2001 tätig, wo ich zurzeit im Landesführungsstab Leiter im Sachgebiet 3 bin. Bei diversen Ausbildungen im Bezirk bin ich seit 1996 tätig.

Was hat sich seit Beginn bis jetzt bei der FF verändert?

Wanderer : Auf jeden Fall der Führungsstil, der sich von autoritär und hierarchisch hin zum kooperativen Führungsstil verändert hat. Auch der Umgang miteinander ist anders geworden. Stark geändert hat sich vor allem die Ausstattung der Feuerwehren und damit ist natürlich auch die Ausbildung viel komplexer geworden. Schon allein die Einsätze in den Eigenheimen sind anders geworden, bis hin zu den modernen Fahrzeugen, die neue Anforderungen stellen. Daher müssen auch wir uns ständig anpassen. Hier sind die Freiwilligen Feuerwehren bei jedem Einsatz gefordert.

Sind Sie sehr traurig, dass Sie jetzt in die zweite Reihe treten müssen oder werden Sie künftig in „beratender Funktion“ der FF Gaubitsch und allgemein zur Verfügung stehen?

Wanderer : Traurig fühlt sich anders an. Ich glaube aber, wenn man so lange vorne steht, ist es Zeit etwas zurückzutreten und Platz für Jüngere zu machen, damit auch die ihre Ideen einbringen und umsetzen können. Obwohl ich auch immer für Änderungen und Neues offen war. Ich werde meine Erfahrungen und mein Wissen gerne weitergeben, wenn dies gewünscht wird. Natürlich werde ich meinen Teil zur Einsatzbereitschaft für die Feuerwehr Gaubitsch beitragen.

Woran erinnern Sie sich ganz besonders gerne?

Wanderer : An die Gründung der Feuerwehrjugend 1997 und das 100-Jahr Jubiläum der Feuerwehr Gaubitsch mit den Bezirksleistungsbewerben 1998, wo bei der Mitgliederversammlung der Zugang für Frauen beschlossen wurde.

Was wünschen Sie der FF Gaubitsch und der Feuerwehr im Allgemeinen?

Wanderer : Die Feuerwehr Gaubitsch steht auf einem guten Fundament, auf das weiter aufgebaut werden kann. Ziel muss es sein, den Nachwuchs an die Feuerwehr heranzuführen, um in den aktiven Stand übernommen werden zu können und natürlich die Ausbildung der Mitglieder zu forcieren. Leider wurden wir heuer von Corona stark beeinflusst, sodass nur wenige Übungen stattfinden konnten und auch wenig Zeit in die Ausbildung investiert werden konnte. Persönlich wünsche ich allen Feuerwehrmitgliedern, dass sie immer wieder gesund und unversehrt von ihren Einsätzen nach Hause kommen.