Dreifacher Mord: Lebenslange Haftstrafe für „Graf Tono“. Mit den Schlussvorträgen wurde am 5. Juli der Prozess wegen dreifachen Mordes gegen den angeklagten „Graf Tono“ am Landesgericht Korneuburg fortgesetzt.

Von Jutta Hahslinger. Update am 05. Juli 2019 (12:51)
APA/Herbert Pfarrhofer
Eine Außenaufnahme des Landesgerichts Korneuburg am Donnerstag, 4. Juli 2019, vor Beginn des Prozesses gegen den 55-jährigen wegen Mordes Angeklagten.

Staatsanwältin Anna Weißenböck versucht, in ihrem Schlussplädoyer den Geschworenen den rechtlichen Unterschied zwischen Mord und Totschlag zu erklären: „Eines steht fest, der Angeklagte hat drei Menschen erschossen. Seinen geliebten Bruder, seinen 92-jährigen Vater und die Stiefmutter. Ich sehe nach dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen, der eine Affekthandlung in einer allgemein begreiflichen Gemütsbewegung ausschließt, keinen Totschlag. Es war ein zielgerichtetes Vorgehen und eine bewusste Entscheidung des Angeklagten, drei  Menschen zu töten!“ Die Staatsanwältin hält an ihrer dreifachen Mordanklage fest.

Verteidiger Peter Philipp kontert: „Der Sachverständige bestätigte aber auch, dass sich der Angeklagte damals in einem Zustand innerer Anspannung und Erregung befunden habe. Es liegen alle Voraussetzungen für einen Totschlag vor“.

Die Geschworenen müssen nun die rechtliche Frage beantworten: Mord (Strafausmaß zehn bis 20 Jahre oder lebenslang) oder Totschlag mit der Höchststrafe zehn Jahre. Sie ziehen sich um zehn Uhr zur Beratung zurück.

Bluttat war dreifacher Mord

Nach zweieinhalbstündiger Beratungszeit kommen die Geschworenen mit ihrer Entscheidung zurück: Sie  befinden auf dreifachen Mord. Der 55-jährige „Graf Tono“ wird zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Nicht rechtskräftig.