Mistelbach

Erstellt am 11. Mai 2018, 12:01

von APA Red

Direktoren in Mistelbach "tief geschockt". "Tief geschockt" zeigten sich die drei Direktoren der fünf höheren Schulen des Schulzentrums Mistelbach über den aktuellen Ermittlungsstand nach dem Schuss auf einen 19-Jährigen.

Michael Pfabigan

"Das Bundesschulzentrum dürfte am Mittwochnachmittag nur knapp einem größeren Anschlag entgangen sein", hieß es in einer Aussendung am Freitag. Psychologische Betreuung sei am Ort, so HAK/HAS-Direktor Johannes Berthold.

Die neue Sachlage treffe die insgesamt rund 1.300 Schüler (samt Eltern), 170 Professoren und zahlreichen Bediensteten schwer, teilten die drei Direktoren mit. "Ursprünglich war man - tragisch genug - von einer gezielt geplanten Einzeltat ausgegangen. Nun steht fest, dass am Mittwoch nachweislich ein größerer Anschlag auf möglichst viele Menschen beim Verlassen des Schulgebäudes geplant war."

"Die Stimmung unter allen Betroffenen ist den Umständen entsprechend", hieß es weiters. An einer Schule lief am Freitag die Matura planmäßig ab, an einer gab es einen schulautonomen freien Tag. Alle Schüler sollten nach eingehender Information früher als geplant vom Unterricht entlassen werden. In den nächsten Tagen standen weitere Termine der Reifeprüfung an - etwa Latein oder Biologie.

"Kein schulischer Zusammenhang"

Festgehalten wurde, dass die Tat nach derzeitigem Ermittlungsstand "keinen schulischen Zusammenhang" habe und es "keinerlei Vorzeichen oder Ankündigungen im Umfeld der Schule" gegeben habe. "Der mutmaßliche Einzeltäter war zwar vor Jahren ein Semester lang Schüler einer der Schulen. Es gab damals aber keine besonderen Vorfälle und das Ausscheiden von der Schule erfolgte freiwillig", wurde mitgeteilt. Das Opfer sei "zufällig gewählt". "Aufgrund einer technischen Panne gelang es dem mutmaßlichen Täter dem Vernehmen nach nicht, mehr Personen zu verletzen."

Es grenze an ein Wunder, dass der Getroffene nicht schwer verletzt wurde und nur wenige Schüler die Tat direkt mitbekommen haben. In enger Zusammenarbeit mit allen befassten Stellen wurde und wird laut Aussendung professionell an der Aufarbeitung gearbeitet: Die Direktoren haben demnach "sofort alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet und stehen in engem Kontakt mit den Behörden". Am Mittwochnachmittag war den Angaben zufolge das Kriseninterventionsteam im Einsatz. Der verletzte Schüler sei sofort erstversorgt worden und werde nun im Krankenhaus betreut. Er sei in gutem Kontakt zu seiner Klasse und seinem Klassenvorstand.

Am Freitag war eine Schulpsychologin im Haus und stand allen direkt Betroffenen zur Verfügung. Zusätzliche Ansprechpartner für die Schüler seien Kollegen mit psychotherapeutischer Ausbildung.

Gleichzeitig wurde betont: "Wir ersuchen alle Medien um größtmögliche Rücksichtnahme gegenüber allen schulischen Beteiligten". Nach Abschluss der Ermittlungen erscheine ihnen ein Aufgreifen des Themas "Sicherheit für Schüler und Lehrer" durch die Politik sinnvoll und wichtig, teilten die beiden Direktoren und die Direktorin mit.