Busbetrieb lässt die Wogen bei Anrainern hoch gehen. Investitionen in Busnetz sind weniger riskant. Aber Anrainer sind nicht erfreut.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 09. Oktober 2019 (04:03)
Szeker
Die Züge am Schweinbarther Kreuz (hier in Groß-Schweinbarth) fahren noch bis Mitte Dezember. Der Widerstand gegen die geplante Einstellung reißt allerdings nicht ab.

Als Erfolg lässt sich die Umstellung von Bus auf Bahn am Schweinbarther Kreuz bisher schwerlich bezeichnen: Anrainer berichten von leeren Bussen und beschweren sich über Lärm und Verkehr. Mit Anfang Oktober meldete sich zudem der Raggendorfer Christian Sterzl per mehrseitigem Schriftstück zu Wort, um die Zahlen, welche rund um Bus und Bahn veröffentlicht wurden, zu hinterfragen.

Sterzl ist skeptisch, dass die Erreichbarkeit der Busse besser ist als jene der Bahn. Ebenso vermutet der Raggendorfer, dass der Busbetrieb sogar teurer sein wird als der Bahnbetrieb, da die Busse mit einem höheren Personalaufwand und gleichbleibenden Energiekosten verbunden seien. Außerdem weist er darauf hin, dass „der Zuschuss des Landes Niederösterreich zum öffentlichen Verkehr in der Region von 800.000 Euro auf 3,6 Millionen Euro steigt“. Der Zuschuss entspreche damit den jährlichen Betriebskosten der Bahn inklusive Streckengebühren.

Ein Vorteil des Busbetriebes ist aber zweifellos das Investitionsrisiko. Denn die Busse können flexibler anderen Ortes eingesetzt werden und Investitionen in das Straßennetz kommen auch dem normalen Verkehr zugute. Würden hingegen Investitionen in die Gleisanlagen getätigt und der erwartete Anstieg der Zugfahrer bliebe aus, wäre das Geld in den Sand gesetzt.

Als Grundlage für die Einstellung der Bahnlinie Schweinbarther Kreuz diente eine Berechnung des Rechnungshofes, wonach eine tägliche Fahrgastzahl von 2.000 auf der Bahnlinie für einen wirtschaftlichen Betrieb erforderlich sei. Selbst mit Investitionen in die Strecke sei diese Hürde aber nicht zu erreichen.

Dass derzeit weder die Busse auf den VOR-Routen noch die Züge der ÖBB von bedeutend vielen Fahrgästen genutzt werden, ist jedoch klar. Offen bleibt allerdings die Frage, wie sich eine bessere Bahnverbindung in die Bundeshauptstadt Wien auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt hätte. Die Gleise des Schweinbarther Kreuzes enden nämlich in Obersdorf, wo die Trasse der S2 und S7 im rechten Winkel quert.

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