Verantwortungen abgegeben? „Vorwurf ist Blödsinn“. Nach Kritik wurden Handläufe in dem Mietwohnungstrakt in Mistelbach eingebaut und saniert. Ein Mieter erhebt jedoch weitere Vorwürfe: Er beklagt Beweismittelvernichtung.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 10. Juli 2019 (13:01)
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Die Treppengeländer in der Schilfgasse beim Seepark wurden saniert.

„Der jüngste Artikel in der NÖN hat den Eindruck erweckt, dass ich mit dem Seepark Kindesweglegung betreibe. So ist das nicht“, wehrt sich Bauunternehmer Alois Burian.

Gegenüber der NÖN hatte er damals gesagt (wir hatten berichtet, siehe hier) , dass er alle Verantwortungen für die Siedlung Seepark entlang der Waldstraße abgegeben und er damit nichts mehr zu tun habe.

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Die Verschraubung der Handläufe war ursprünglich auf kleinen Brettchen in der Rigipswand erfolgt.

„Als Bauträger haben wir trotzdem noch Verantwortung“, sagt Burian. Deshalb wurden mittlerweile alle gemeldeten Baumängel rund um die Stiegengeländer in den Reihenhäusern im Seepark von einer Vertragsfirma beseitigt. „Wir haben sofort gehandelt und nichts verzögert“, will Burian klarstellen.

Mieter hatten kritisiert - und die Bauabteilung der Stadtgemeinde war dieser Beschwerde gefolgt -, dass die Handläufe in den Obergeschossen der Häuser nur mangelhaft in der Rigipswand verankert waren, im Kellergeschoss fehlten sie gänzlich.

„Da nutzt man genau die zwei Minuten Abwesenheit der Aufsicht, um die Mauer doch zu streichen. Alles aus Versehen.“Kritik eines Mieters

Wie kann so etwas passieren? „Darüber rätseln wir auch. Wir können es uns nicht erklären“, sagt Burian und betont: „Jetzt wurde viel Geld in die Hand genommen, damit nichts mehr passieren kann.“ In einem der Häuser soll eine Mieterin wegen der mangelhaften Handläufe gestürzt sein und sich die Hüfte gebrochen haben.

Kritik kommt auch von einem Mieter, der sich vom Zustand seines Mietobjektes in der Schilfgasse vom Vermieter/Errichter über den Tisch gezogen fühlt. Denn auch in seiner Wohnung wurden die Sanierungsarbeiten gemacht. An einer Stelle hatte er Schimmel vermutet, ein gerichtlicher Lokalaugenschein war bereits angesetzt und er verbot den Handwerkern, diese Stelle der Wand zu streichen.

Laut seiner Darstellungsweise stecke da ein Plan dahinter: „Da nutzt man genau die zwei Minuten Abwesenheit der Aufsicht, um die Mauer doch zu streichen. Alles aus Versehen“, ärgert er sich via Facebook: „Die Beweismittel sind jetzt nachhaltig vernichtet. Zufälle gibt’s.“

Wurden Beweise absichtlich vernichtet? „Blödsinn“, sagt Alois Burian. An Schimmel an dieser Stelle der Mauer glaubt er nicht. Der Mieter will nicht nur den Rechtsweg bestreiten, er hat auch mit Günther Nussbauer von der ATV-Show „Pfusch am Bau“ Kontakt aufgenommen, erklärt er gegenüber der NÖN.