David Reiff: „Nikodym ist kein Teamplayer“. Die neue SPÖ unter David Reiff grenzt sich von Christian Nikodym klar ab: Zusammenhalt sei jetzt angesagt. Vor einer eigenen Liste fürchten sich die neuen Köpfe nicht.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 12. Juli 2019 (05:43)
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„Keine One-Man-Show mehr!“ Die neue SPÖ um David Reiff, Silvia Schneider und Hermann Findeis will als Team arbeiten.  

„Die SPÖ hat ihren Vorsitzenden nicht abgesetzt“, stellt David Reiff, Neo-Vorsitzender der SPÖ Laa, klar. „Die Mitglieder wählen einen Vorsitzenden und einen Stadtausschuss“.

Nach unzähligen Versuchen, innerhalb der Partei einen Konsens zwischen der Fraktion und Vorsitzendem Christian Nikodym zu schaffen, seien die Konsequenzen gezogen worden, damit die Partei wieder handlungsfähig ist, sagt Reiff. Wenn Nikodym jetzt behaupte, nicht eingeladen worden zu sein und sich so der Diskussion in der Sitzung entzogen hatte, so sei das „schäbig, fadenscheinig, erbärmlich und rückgratlos“, sagt der neue Vorsitzende. Habe Nikodym so viele Anhänger in der Partei, wie er glaube, dann hätten die zur Sitzung kommen und Wort ergreifen müssen.

„Es wird keine One-Man-Show mehr geben, wir werden gemeinsam im Team alle Kräfte bündeln.“ David Reiff

Worin wird sich die SPÖ Laa unter David Reiff von der Nikodym-Partei unterscheiden? „Es wird keine One-Man-Show mehr geben, wir werden gemeinsam im Team alle Kräfte bündeln.“ Es reiche nicht, sich nur auf Fotos ablichten zu lassen. Worten müssten auch Taten folgen.

Die SPÖ wirft ihrem früheren Vorsitzenden Christian Nikodym eine zu große Nähe zur ÖVP vor, er habe sogar entgegen klaren Parteibeschlüssen anders abgestimmt und Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (ÖVP) so eine Mehrheit verschafft.

Reiff: "Absolutr Tabubruch"

„So etwas ist in jeder Partei ein absoluter Tabubruch“, sagt Reiff. Wie wird die Zusammenarbeit mit der ÖVP künftig aussehen? „Wir haben mit der ÖVP eine konstruktive Zusammenarbeit und wir haben in der Vergangenheit sehr viel für unsere Bürger und für die Stadt erreichen können.“ Wichtig ist Reiff, dass alle im Team von allen Entscheidungen informiert sind und diese diskutiert werden. „Dieses Abstimmungsergebnis muss natürlich dann auch im Stadtrat und Gemeinderat übereinstimmen.“

SPÖ Laa
Harte Kritik an Christian Nikodym: Lange Zeit war er das Gesicht der SPÖ Laa, stolperte jedoch über die interne Kritik.

Blickrichtung Gemeinderatswahl: Die SPÖ wird mit keinem expliziten Spitzenkandidaten in die Wahl gehen. Geplant ist eine Spitze bestehend aus Reiff, Silvia Schneider und Hermann Findeis jun.. Grundsätzliches Ziel sei natürlich, den Bürgermeister zu stellen, realistischeres Ziel wäre der Zugewinn von ein bis zwei Mandaten. Sollte Christian Nikodym mit einer eigenen Liste antreten, würde das zwar vielleicht einen kurzfristigen Verlust für die SPÖ bedeuten, mit seiner Abwahl habe man aber langfristigen Schaden von der Partei abgewandt, sagt Reiff.

„Sollte Nikodym eine eigene Liste gründen, werden seine Mitstreiter sich schnell in der gleichen Situation befinden wie wir, weil Nikodym kein Teamplayer ist“, glaubt Reiff. Wobei sich für ihn die Frage stellt, warum der frühere Vorsitzende eigentlich eine eigene Liste gründen sollte: „Er hat bei Klubsitzungen des Öfteren erwähnt, dass er sofort zur ÖVP wechseln könnte“, sagt Reiff.