Mobiler Hühnerstall mit Bergsicht. Jungbauer Franz Kastner stellte Hendlstall für 2.000 Legehennen auf Wiese neben B46.

Von Jennifer Heß. Erstellt am 11. Juni 2021 (04:49)

Wer aufmerksam von Mistelbach nach Staatz-Kautendorf fährt, hat ihn vielleicht schon bemerkt: Auf einer rund 3.000 Quadratmeter großen Wiese, gegenüber des Staatzer Meierhofs und am Fuße des Staatzer Berges, steht seit Februar der mobile Hühnerstall von Franz Kastner.

Er durfte die Hühner jedoch erst im Mai aus dem Stall rauslassen, da Staatz-Kautendorf auf Grund der Vogelgrippe eine Sperrzone war. Franz Kastner sagt: „Gott sei Dank wurde diese Sperrzone aufgehoben, denn das Beschäftigen der Hühner war ganz schön aufwendig. In der Zeit von Februar bis Mai mussten Beschäftigungsmaterialien, wie zum Beispiel verschiedenste Körner und Samen, im Scharrbereich im Stall und im Wintergarten versteckt werden. Diverse Körbe mit Karotten und Tannenreisig wurden zusätzlich zur Beschäftigung der Hühner aufgehängt.“ 

„Gott sei Dank wurde die Sperrzone aufgehoben, denn das Beschäftigen der Hühner war ganz schön aufwendig.“ Franz Kastner, Hühnerbauer in Staatz-Kautendorf

Rund 2.000 Lohmann-Legehühner und fünf Hähne befinden sich in dem Stall. Bei der Konstruktion des Hühnerstalls wurde besonders auf Hygiene und einfache Handhabung geachtet. Der Kot der Hühner fällt in eine eigens dafür vorhergesehene Schublade. Diese erleichtert nicht nur das Ausmisten, sondern sorgt auch dafür, dass die Hühner nicht in ihrem eigenen Kot stehen. Am Vormittag gegen 10 Uhr öffnen sich dann automatisch die Klappen, um die Hühner auf die Wiese zu lassen.

„Die Legehennen werden erst am Vormittag rausgelassen, da sie vorher noch in die vorgesehenen Nester fleißig Eier legen“, erklärt Franz Kastner. Die Hühner bleiben immer in der Nähe des Stalles. Abends gehen die Hühner wieder selbstständig in den Stall und die Klappe schließt sich automatisch bei Sonnenuntergang.

Ziegen sollen Greifvögel abhalten

Der Stall wird regelmäßig bewegt, damit die Tiere immer frisches Gras haben. Geplant sind noch vier Ziegen und zwei Schafe, welche sich gemeinsam mit den Hühnern auf der Wiese befinden, da diese Greifvögel abhalten und die Hühner dadurch geschützt sind.

Begonnen hat Franz Kastner mit ca. 400 Hühnern. Da ihm die Arbeit mit den Tieren sehr gefiel und in den letzten Jahren vermehrt der Trend zu regionalen Lebensmitteln gestiegen ist, fasste er den Entschluss, einen mobilen Hühnerstall zu bauen, bei dem das Wohl der Tiere an erster Stelle steht. Gemeinsam mit seinen Eltern und Freundin Franziska erledigt er die täglichen Arbeiten rund um den Hühnerstall, die Verarbeitung der Produkte und den Verkauf.

Produkte in Abhof-Laden und bei Direktvermarktern erhältlich

Verkauft werden die Eier an unterschiedlichste Direktvermarkter aus der Region und in dem gegenüberliegenden familienbetriebenen Abhof-Laden, welcher sieben Tage die Woche rund um die Uhr geöffnet ist. Hier sind nicht nur Eier zu kaufen, sondern auch Eierlikör, selbst gemachte Nudeln, Kürbiskernöl, Kürbiskernpesto, Marmeladen, Apfelsaft, Sonnenblumenöl und noch weitere Produkte.

Auch Weinviertel-Urlauber kommen bei Familie Kastner nicht zu kurz. In einem renovierten Gebäude werden drei Zimmer und zwei Ferienwohnungen vermietet.