Standort schon zu klein. Dynamische Expansion / Im Herbst hatte das Kommunikationstechnik-Unternehmen SPL Tele seine großzügig dimensionierte Firmenzentrale eröffnet. Jetzt wird weiter ausgebaut.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 25. März 2015 (07:30)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
mis13zvg-spl-tele6
Besondere Herausforderung an besonderen Arbeitsorten für die Mitarbeiter: Field Service Techniker Mehmet Erdogan tauscht eine defekte Komponente auf einem frei stehenden Mobilfunkmast.
NOEN, Martin Moranduzzo

„Ich bin seit 35 Jahren im Geschäft, aber ich habe noch nie einen so dynamischen Markt erlebt!“ Das Unternehmen von SPL Tele-Gründer Rudolf Schütz reitet erfolgreich auf der Telekommunikationswelle: Momentan wird die Mobiltelefonie auf den neuen LTE-Standard umgestellt - und SPL Tele-Mitarbeiter sorgen bei allen drei Mobilfunkanbietern dafür, dass die Infrastruktur passt.

Erst vor einer Woche konnte der entsprechende Vertrag mit A1 unterzeichnet werden. „Das ist ein großer Schritt, jetzt arbeiten wir für alle drei Anbieter“, freut sich der Wildendürnbacher Rudolf Schütz über den Vertragsabschluss.

"Standort ist mittlerweile zu klein für uns"

Erst im Vorjahr übersiedelte das Unternehmen in sein neues Firmengebäude im ecoplus-Park Wolkersdorf. Bisher waren die Lager an mehreren Standorten in Wien verteilt gewesen, die Expansionsmöglichkeiten am Hauptstandort waren begrenzt. Also entschied man sich zum großzügigen Neubau mit Autobahnanschluss.

Jetzt, knapp ein halbes Jahr nach der Eröffnung des neuen Firmengebäudes, gesteht Schütz: „Der Standort ist mittlerweile zu klein für uns!“ Ein Grundstück wurde bereits angekauft, eine zusätzliche 7.000 Quadratmeter große Halle ist geplant - doppelt so groß, wie die bisherige. Bei der Umsetzung der Pläne geht alles Schlag auf Schlag: Nächste Woche ist Bauverhandlung, Ende Juli sollen die neuen Räumlichkeiten bezogen werden. „Wir arbeiten da mit einem deutschen Architekten zusammen, der kennt das gar nicht, dass Verfahren so schnell abgewickelt werden können“, lacht Rudolf Schütz: „Der Zeitplan ist eine Herausforderung, aber machbar!“

Jährlich rund 70 Mitarbeiter mehr

Platz braucht SPL Tele einerseits, weil durch die neuen Aufträge mehr Arbeitsfläche benötigt wird, andererseits, weil das Unternehmen jährlich um rund 70 Mitarbeiter wächst. „Wir sind in einem ständigen Rekrutierungsprozess“, sagt Schütz. Allerdings sind technische Fachkräfte rar. Und weil die Branche auch in Deutschland boomt, können dort ebenfalls keine Techniker rekrutiert werden. Vorläufig behilft sich SPL Tele damit, dass sie ausgesuchte ausländische Partner für die Montagearbeiten einsetzt.

Da die von SPL Tele benötigten Anforderungen in Österreich nicht ausgebildet werden, plant das Unternehmen ein eigenes Ausbildungsprogramm zu schaffen, in dem sich der Betrieb seine Fachkräfte selbst ausbilden will. „Wir bauchen vom Elektriker über Elektrotechniker bis hin zum Telekommunikationstechniker“, sagt Schütz. Die Gespräche wegen der Lehrlingsausbildung im Betrieb laufen bereits: „Nur so trauen wir uns den weiteren Expansionskurs auch zu“, sagt Schütz.
 

„Der Standort ist mittlerweile zu klein für uns!“
Rudolf Schütz, SPL Tele-Chef, ein halbes Jahr nach der Eröffnung der neuen Firmenzentrale im ecoplus-Park Wolkersdorf

SPL Tele hat Erfahrung damit, zwei unterschiedliche Netze zu einem technisch zusammenzuführen. In Österreich macht das Unternehmen das derzeit mit Drei und Orange. Dasselbe soll auch in Deutschland gemacht werden, denn mit dem bereits gewonnenen Know-how ist SPL Tele einzigartig. „So eine Komplettkonsolidierung gab es vorher im deutschsprachigen Raum noch nicht, das ist eine super Referenz für uns!“, sagt Schütz.

Ein Unternehmen mit dynamischem Wachstum muss auch bei der Strategie flexibel sein: Ziele, die noch vor einem Jahr galten, wurden jetzt neu definiert: Vor einem Jahr wollte man die Geschäfte im deutschsprachigen Raum, Skandinavien und Großbritannien ausbauen. „Jetzt wollen wir uns auf unsere Kunden in Deutschland und Österreich konzentrieren, damit wir unser Wachstum besser kontrollieren können“, sagt Schütz. Diese beiden Märkte würden vorerst reichen, lacht er.

Stichwort SPL Tele

  • SPL Tele entstand aus einem buyout, als Siemens vor rund zehn Jahren begann, Teilbereiche auszugliedern. Seither ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen, im Vorjahr wurden Kommunikationsbereich (SPL Tele) und Fahrleitungen für den Nah- und Fernverkehr (Powerlines) getrennt. 2015 sollen alle SPL Tele-Unternehmen (Logistik, Klimatechnik, Glasfaser- und Mobilfunktnetz-Bereich) in einer eigenen SPL Tele Group zusammengefasst werden.

  • 2013/14 erwirtschaftete SPL Tele einen Umsatz von 36 Mio. Euro. Tendenz weiter steigend.
  • Mitarbeiter: aktuell 261 eigene Mitarbeiter und ca. 120 Leasingarbeitskräfte.