Ärger über neue Rad-Abstellmöglichkeiten in Mistelbach. Mistelbacher beklagt Entfernung der herkömmlichen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. 

Von Christina Ott. Erstellt am 12. September 2019 (04:34)
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Die Fahrradständer, hier in der Kirchengasse, wurden durch fix einbetonierte Stangen ersetzt. Für den Mistelbacher Herbert Schlemmer viel zu wenig, vor allem an stark frequentierten Tagen.

„Wo sich früher ausreichend Fahrradständer befanden, beispielsweise in der Kirchengasse beim Hauptplatz, wurden diese unverständlicherweise entfernt und durch fix einbetonierte dicke Stangen ersetzt“, ärgert sich der Mistelbacher Herbert Schlemmer, selbst langjähriger passionierter Radfahrer.

Maximal sechs Räder könne man dort sichern, dies jedoch bereits unter dem Risiko einer Beschädigung – gefahrlos möglich seien seiner Meinung nach nur drei Drahtesel. „Auf der einen Seite will man die unerträgliche Verkehrssituation mit Staus auf dem Hauptplatz und Runden drehenden Autos in den Griff bekommen, und auf der anderen Seite sind den Stadtverantwortlichen die Radfahrer aber so etwas von egal“, kritisiert er. 

An stark frequentierten Tagen oder auch bei abendlichen Veranstaltungen komme es sogar vor, dass die Räder an Laternenmasten und Verkehrszeichen befestigt werden – auch hier würde es dann zu Beschädigungen, wie beispielsweise abgekratztem Lack, kommen.

„Natürlich ist das keine optimale Lösung, aber wenn man sein Rad nirgends anhängt, ist es natürlich leichte Beute“, prangert Schlemmer an. „Ich will ja mein teuer erwirtschaftetes Hab und Gut nicht durch die Gedankenlosigkeit der Stadtverantwortlichen Dieben in den Rachen werfen.“

„Die herkömmlichen Fahrradständer ruinieren und verbiegen die Speichen, daher haben wir uns entschlossen, als Alternative diese Stangen zu nehmen“Verkehrsstadtrat Peter Harrer

„Das sollte natürlich nicht sein“, so der zuständige Verkehrsstadtrat Peter Harrer (ÖVP) dazu. „Wir sind aber laufend dabei, die Situation für die Fahrradfahrer zu verbessern und mehr Abstellmöglichkeiten zu schaffen. Daher sind wir auch dankbar für jegliche Anregungen“, erklärt er auf NÖN-Nachfrage. 

Grundlos entfernt wurden die Fahrradständer jedenfalls nicht: Im konkreten Fall der Kirchengasse mussten die herkömmlichen Abstellmöglichkeiten laut Harrer deshalb weichen, weil sie ansonsten in den neu geschaffenen Geh- und Radweg hineingeragt hätten.

Warum auch an anderen Stellen - wie beispielsweise vor dem Rathaus -  die Ständer durch Stangen ersetzt wurden? „Die herkömmlichen Fahrradständer ruinieren und verbiegen die Speichen, daher haben wir uns entschlossen, als Alternative diese Stangen zu nehmen“, so Peter Harrer.