Weinviertelleitung: Ein Rückgrat aus Stahl. Für die Stromversorgung der Großregion werden 202 neue Masten errichtet.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 30. Mai 2020 (05:47)

Derzeit starten gerade die Bauarbeiten am Ersatzneubau der hochrangigen Weinviertelleitung. Auch die Versorgung im Bezirk Mistelbach ist davon betroffen.

Für den Ersatz der bisherigen Bestandsleitung war ein Gesamtpaket erforderlich: Es sieht eine Verbesserung der Trassenführung, eine höhere Übertragungsfähigkeit, keine Erhöhung der Leistungsfähigkeit über die Grenze hinweg und den Abbau der alten Bestandsleitung vor. Begonnen wurde mit der Planungsphase im Frühjahr 2015, die Umweltverträglichkeitsprüfung startete im Sommer 2016 und nun werden auch im Bezirk Mistelbach die Leitungsmasten errichtet. Nach einer Bauzeit von vier Jahren ist die Inbetriebnahme für 2022 vorgesehen.

Die neue Weinviertelleitung kommt mit 53 Masten weniger aus als die alte. „Das hängt damit zusammen, dass wir die ersten elf Kilometer der alten Leitung ersatzlos demontiert haben, da wir die neue Leitung mit einer bereits bestehenden verknüpfen und dort einspeisen werden“, so die APG-Vorstände Thomas Karall und Gerhard Christiner.

Gerhard Brey

Die bestehende Stromleitung der APG im Weinviertel ist über 70 Jahre alt und aufgrund der langen Betriebsdauer entsprechend sanierungsbedürftig. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister: „Mit der neuen APG-Weinviertelleitung bekommt die Region eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Netzanbindung für erneuerbare Energie aus der Region und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Niederösterreichischen Klima- und Energiefahrplan 2030.“

Die Verbindung der Stromnetze von APG und Netz NÖ (EVN-Tochter für das Stromnetz) im neu errichteten Umspannwerk Neusiedl an der Zaya (Bezirk Gänserndorf) erhöht die Versorgungssicherheit in der Region und ist eine Voraussetzung für die regionale Verteilung von Strom.

Neben der optimierten, siedlungsfernen und kürzeren Trassenführung ist die Bündelung der Infrastruktur (Trassenführung parallel zur 110 KV-Leitung der Netz-NÖ) ein wichtiger Vorteil. Ebenso wird mit der Demontage der bestehenden Leitung das Natura 2000-Gebiet „Bernhardsthaler Platte“ entlastet.