Teilerfolg für die Gegner. Windkraft-Zonenplan | Der Windradzone Unterstinkenbrunn wurde aus Plan gestrichen, Park kann gebaut werden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 15. April 2014 (11:21)
Nur eine Windradzone im Bezirk wurde aus dem Entwurf gestrichen - der Windpark wird aber, so er die UVP besteht, trotzdem gebaut, da die Flächen bereits für die Windenergie gewidmet sind.
NOEN, Grafik: Bischof
Endlich ist es klar geregelt, wo im Bezirk Mistelbach Windkraftanlagen wachsen können und wo nicht. Der jetzt vorgelegte Windkraft-Zonenplan des Landes bestätigte weitgehend die bereits definierten Flächen. Einzig die Windkraftzone Unterstinkenbrunn wurde aus dem Entwurf genommen.

„In Unterstinkenbrunn gibt es rechtskräftige Windkraft-Widmungen. Da noch fachliche Untersuchungen offen sind, haben die Experten entschieden keine Windkraft-Zone für weitere Widmungen auszuweisen“, sagt Franz Angerer von der Abteilung für Umwelt- und Energiewirtschaft.

„Derzeit warten wir auf die ornithologische Zusatzuntersuchung“

Das perfide daran: Der Windpark wird, so er seine Umweltverträglichkeitsprüfung besteht, errichtet. Denn der Windkraft-Zonenplan betrifft nur künftige Widmungen. In Unterstinkenbrunn besteht diese schon. Also darf gebaut werden. „Dass unser Windpark aus dem Zonenplan rausgefallen ist, kann ich nicht nachvollziehen!“, sagt Unterstinkenbrunns Bürgermeister Matthias Hartmann: „Wenn man vergleicht, was im Burgenland in der Nähe von Naturparks gebaut wird, dann wundert mich das!“

Am Projekt Windpark Unterstinkenbrunn mit sieben Windrädern ändert das für ihn aber nichts: „Derzeit warten wir auf die ornithologische Zusatzuntersuchung, wenn die abgeschlossen ist, werden wir im Herbst in die Umweltverträglichkeitsprüfung gehen.“ Was jetzt halt nicht mehr geht, ist die Erweiterung des Windparks: „Aber die war an und für sich eh nicht geplant“, sagt Hartmann.

Ein Kritiker von Windrädern im Land um Laa war Laas Bürgermeister Manfred Fass: „Dass der Windpark Unterstinkenbrunn aus dem Zonenplan gefallen ist, ist für uns ein Teilerfolg!“, sagt der Stadt-Chef, der als Windparknachbar das Projekt bekämpft: „Jetzt erwarten wir uns, dass dieselben Argumente auch ausreichen, um bei der UVP den Windpark zu verhindern!“

„Da hatte ich binnen kurzer Zeit 200 Unterschriften gegen den Windpark“

Grundsätzlich sei der Zonenplan zu begrüßen: „Wir hätten halt gerne gehabt, dass nicht jeder auf jeden Hügel was hinstellt, sondern dass Windkraftanlagen konzentriert an einem Fleck aufgestellt werden“, sagt Fass. Ein derartiger interkommunaler Windpark, von dem nicht nur die Standortgemeinden profitiert hätten, hatte sich in der Bürgermeisterrunde aber nicht durchgesetzt.

Was sagt Fass dazu, dass der Gaubitsch-Gnadendorfer Windpark jetzt möglich ist? „Freude hab ich damit keine. In unserer Kulturlandschaft werden sie weithin zu sehen sein“, da Laa zu diesem Projekt aber kein direkter Anrainer sei, könne er nur seine Meinung sagen. Vom Unterstinkenbrunner Projekt sind hingegen die Hanfthaler massiv betroffen: „Da hatte ich binnen kurzer Zeit 200 Unterschriften gegen den Windpark“, sagt Fass.

„Dass der Windpark Unterstinkenbrunn aus dem Zonenplan gefallen ist, ist für uns ein Teilerfolg!“ Manfred Fass, Bürgermeister Laa/Thaya

Was sagen die Windkraftanalgenbetreiber dazu? „Wir haben ohnehin wenig Flächen, die wir für Windkraft nutzen können, die sind jetzt noch kleiner geworden“, sagt Winfried Dimmel von der Windkraft Simonsfeld: Der Windkraft-Zonenplan mache es den Betreibern nicht gerade leichter, der Plan sei aber zur Kenntnis zu nehmen.

Auf aktuelle Projekte der Simonsfeld hat der Zonenplan keine Auswirkungen: Gaubitsch werde gebaut und in Unterstinkenbrunn arbeite man auf die UVP hin. Derzeit werde geprüft, wo bei bestehenden Projekten Erweiterungspotenzial besteht. Dass in Unterstinkenbrunn keine Erweiterung mehr möglich ist, findet er schade: „Ich bin kein Fan davon, ein großes Projekt einfach hinzuklotzen“, sagt Dimmel. Besser sei es, ein kleines Projekt zu bauen und dann zu erweitern: „Die eine oder andere Anlage wäre schon noch möglich gewesen!“

Momentan laufe das Rennen um die noch freien Flächen bei den Windkraftbetreibern auf Hochtouren, dann habe die Politik die Hand drauf, wo es weitere Projekte geben kann. In Stein gemeißelt ist der Zonenplan für Dimmel nicht: „Das kann sich in vier Jahren wieder ändern! Am muss nur abwarten, was sich bei der Energieversorgung oder dem Klimawandel tut!“

Windradzonen

Bestätigt:
Gaubitsch, Gnadendorf, Stronsdorf, Gaweinstal, Mistelbach, Sulz, Ladendorf, Kreuzstetten, Poysdorf, Wilfersdorf, Großkrut, Hauskirchen, Altlichtenwarth, Großkrut, Bockfließ, Auersthal, Schönkirchen-Reyersdorf, Pillichsdorf, Großengersdorf, Deutsch Wagram

Gestrichen:
Unterstinkenbrunn