Laien gaben sich brillant in Herrnbaumgarten. Schauspieler haben ihre Rollen in „Paulette“ richtig gelebt. Für den Obmann war das Stück ein Risiko.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 19. November 2019 (11:36)

Der Theaterverein Herrnbaumgarten hatte mit der sozialkritischen Komödie „Paulette“ einige Hürden zu bewältigen. Es wurde erstmals im großen Mehrzwecksaal des Dorfgasthauses „Zum Doppeladler“ auf offener Bühne – also ohne Vorhang – gespielt.

Obmann Bernhard Madl hat sich mit dem Ensemble außerdem an ein bekanntes und bereits erfolgreich verfilmtes Stück herangewagt. Paulette hat eine große Geschichte und unglaublich viele, rasch wechselnde Szenen. Madl ist damit ein gewisses Risiko für eine Laienschauspielertruppe eingegangen. Doch die Rechnung ist voll aufgegangen.
Unter der Regie von Claudia Bühlmann wurde in Herrnbaumgarten ein Ensemble geformt, dass die unterhaltsame Komödie höchst professionell auf die Bühne gebracht hat und auch den sozialen Tiefgang des Stückes vermittelte. Bühlmann ist als ehemaliges Mitglied des Ensembles des Burgtheaters bekannt. Seit 2008 ist sie in der Leitung des Instituts „Angewandtes Theater“ und des Lehrgangs für „Schauspiel- und Theaterpädagogik“.

"Das waren Schauspieler, keine Laien, die Texte brav vortrugen"

Was bei der Aufführung auffiel: Jeder auf der Bühne, durchgängig vom Oldie bis zur Enkelin Lea, hat seine Rollen echt gespielt: Mit dem ganzen Körper, mit dem Gesicht und der Gestik hat er seine Rolle in dem Moment richtig gelebt. Das waren Schauspieler, keine Laien, die Texte brav vortrugen.

Egal ob die große Rolle der Paulette oder kleinere wie der Gerichtsvollzieher, ob Vater Baptiste, der von Dechant Jacob Nwabor gespielt wurde, alle waren beeindruckend. Übrigens, die meisten Schauspieler hatten mehrere Rollen zu spielen, was ebenfalls perfekt gelungen ist. Auch Obmann Bernhard Madl brillierte als Schwiegersohn und Polizist mit dem verräterischen Namen Ousmane.

Zum Inhalt des Stückes selbst ist zu sagen, dass es mit viel Originalität um Altersarmut, ein wenig Fremdenphobie, das Schicksal und wie man sich dagegen wehrt sowie um weiche Drogen und Erfindungsreichtum geht.