Erstellt am 06. August 2013, 09:33

Trauma, Tragödie, Tod. KIRCHSTETTEN | Kleine Bühne, winziges Orchester, aber eine großartige Inszenierung: Verdis Oper „Rigoletto“ im Schloss Kirchstetten.

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Von Ingrid Fröschl-Wendt

Eine große Verdi Oper auf der kleinen Schloss Kirchstetten Bühne - geht denn das? Und ob. Dirigent Hooman Khalatbari und Regisseur Csaba Nemedi haben es gewagt und eigentlich geht einem nichts ab. Denn erzählt wird ja die private Tragödie des Narren Rigoletto, der ohnehin schon durch seine Gestalt traumatisiert, zum Schluss auch noch seinen Lebensinhalt, seine Tochter, verliert.

Die kleine Bühne vor dem winzigen Orchester genügt denn auch, um die Tragödie hautnah darzustellen. Schließlich ist auch der Zuschauerraum immer wieder Teil des Geschehens. Rigoletto, alias Jan Durco, Maria Taytakova als Gilda und ein fabelhaft gut aussehender Gergely Boncser als Herzog - füllen den Maulpertschsaal ohnehin mit Persönlichkeit und Stimmgewalt. Die Bühne ist übrigens fast leer. Die düstere Atmosphäre erhält sie geschickt durch viele Meter schwarzen Tüll, der schon beim Schlossportal beginnt - eine Idee von Ausstatterin Gianpiera Bühlmann - und den Kostümen, fast ganz in Grau. Nur Gilda und Rigoletto tragen zu Beginn noch einen Hauch lebendiges Rot, bis auch sie in Düsternis versinken.

Komplettiert wird die Aufführung durch das kleine, aber sehr feine Orchester unter dem Taktstock von Hooman Khalatbari, der diese gewaltige Oper so auf sein Ensemble zugeschnitten hat, dass nichts fehlt. Das Ergebnis: einfach ein schöner und berührender Abend.