Apothekerin: „Quarantäne war keine Option für mich“. Miroslava „Mirka“ Papistova, tschechische Apothekerin in Laa an der Thaya, setzte sich für Ausnahme im Grenzverkehr ein.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 01. April 2020 (04:18)
Miroslava „Mirka“ Papistova, Apothekerin in Laa, setzte sich dafür ein, dass auch Apotheker über die tschechische Grenze zu ihrem Job pendeln dürfen.
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„Ich hätte entweder gar nicht mehr zur Arbeit fahren oder drei Wochen in Laa arbeiten und dann anschließend zwei Wochen lang in Tschechien in Quarantäne gehen können“, erzählt Miroslava „Mirka“ Papistova, Apothekerin in Laa.

Sie wohnt mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann bei Brno, beide Optionen waren für die junge Frau, sie arbeitet seit 2012 in der Apotheke in Laa, keine Option – zumal die Quarantäne in Tschechien noch ein Stück strenger ist als in Österreich: „Da darf man 14 Tage überhaupt nicht raus,“ erzählt Papistova.

„In Tschechien zählen Apotheken, anders als in Österreich, nicht zu den systemrelevanten Einrichtungen.“Miroslava Papistova

Als Apothekerin wäre sie von der Sperre der Staatsgrenze für Grenzgänger betroffen gewesen – und auch die Ausnahmen für medizinisches Personal hätten ihr nichts gebracht: „In Tschechien zählen Apotheken, anders als in Österreich, nicht zu den systemrelevanten Einrichtungen.“

Hinnehmen wollte sie das nicht: Sie klemmte sich hinter das Telefon und versuchte, beim tschechischen Innenministerium auf die Problematik hinzuweisen. „Auch wenn mir klar ist, dass ich nicht allein ausschlaggebend war, dass die Ausnahmeregelung auch auf uns Apotheker ausgedehnt wurde, so glaube ich doch, dass ich wertvolle Impulse dafür gegeben habe“, sagt Papistova.

Zwei Tage lang legte sie Referenten des Ministeriums ihre Argumente und Sichtweise dar, telefonierte immer wieder zwischen Ministeriumsmeetings mit Beamten, bis am Abend dann der erlösende Anruf kam, dass auch Apotheker in die Ausnahmeregelung fallen.

Wie erlebt sie die aktuellen Grenzkontrollen? „Es war am Anfang schon ein wenig komisch, wobei die Beamten alle sehr freundlich sind“, sagt die Apothekerin: „Unsere Generation kennt ja solche Kontrollen nicht mehr.“