Strecke erhalten statt Einfahrt in Bahnhof. Streckenbetreiber verzichtete auf eine Schienentaxi-Kreuzung über die Umfahrung. Ablöse fließt in Erhaltung.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 11. Februar 2015 (05:54)
NOEN, Zayataler Schienentaxi
Die Bahntrasse des Zayataler Schienentaxis zwischen Mistelbach und Asparn muss laufend von den Vereinsmitgliedern saniert werden. Bis zum Saisonstart Anfang Mai sollen beispielsweise noch 700 Bahnschwellen ausgetauscht werden - hier ein Bild eines Arbeitseinsatzes im Vorjahr.

Das Zayataler Schienentaxi wird definitiv nie in den Lokalbahnhof Mistelbach einfahren können: Die Besitzer des Schienenstranges zwischen Mistelbach und Ernstbrunn, die Juhász & Markgraf Verkehrsconsulting OG, verzichteten gegenüber den Straßenplanern des Landes im Bereich der Umfahrung Mistelbach auf die dafür notwendige Bahnkreuzung.

Bahnkreuzung wäre nicht leicht umsetzbar gewesen

Einfach umzusetzen wäre die Bahnkreuzung auf der - wie zu erwarten ist - gut befahrenen Umfahrungsstrecke ohnehin nicht gewesen. Bedenken hatte es nicht nur hinsichtlich der Kreuzung des Schienentaxis gegeben, die Bürgerinitiative Brennnessel hatte auch Radfahrer durch die Schienen in der Straße sturzgefährdet gesehen.

„Insofern war es ohnehin unwahrscheinlich, dass die Eisenbahnkreuzung überhaupt kommt“, sagt Gerold Markgraf, Streckenbetreiber und Chef der Weinviertel Draisine, die den Streckenabschnitt Asparn - Ernstbrunn bedient.

Dass man das Ablöseangebot für die paar Trassenmeter angenommen hatte, begründet Markgraf mit wirtschaftlichen Gründen: Die Ablöse werde in die Strecke Mistelbach-Asparn investiert: „Täten wir nichts, wäre die Strecke in zwei Jahren nicht mehr befahrbar!“

100.000 € für Betrieb des Schienentaxis notwendig

Insgesamt seien weit über 100.000 Euro notwendig, um den Betrieb des Schienentaxis auf der Trasse bis Asparn künftig sicherzustellen. Alleine in den nächsten Wochen würden 700 Schwellen auf der Schienentaxi-Trasse neu verlegt, damit die Saison wie geplant gestartet werden kann.

Kritik aus der Mistelbacher Stadtpolitik versteht Markgraf nicht: „Ich will mich nicht als Zerstörer eines touristischen Projektes anpatzen lassen, wir erhalten in unserer Freizeit eine 18 Kilometer lange Bahnstrecke und sehen teilweise nur wenig Unterstützung durch die Politik!“ Die Entscheidung, das Ablöseangebot des Landes anzunehmen, sei eine rein wirtschaftliche gewesen.

Die Saison für das Weinviertler Schienentaxi startet mit 1. Mai, Sonderfahrten können schon vorher vereinbart werden. Aber wie soll der nicht wirklich attraktive Einstiegsort vis a vis des Interspars für Besucher gefälliger gemacht werden? Laut Markgraf soll ein attraktiver Bahnsteig errichtet werden, an die Stadt angebunden könnte der Schienentaxi-Bahnhof über einen Gehweg auf den bisherigen Schienen Richtung Lokalbahnhof werden.