Kellerdecke gab plötzlich nach: Arbeiter tot. Zwei Arbeiter wurden in der Kellergasse in Falkenstein verschüttet. Juniorfirmenchef verstarb, Arbeiter verletzt.

Von Werner Kraus und Michael Pfabigan. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:12)
Bei Erweiterungsarbeiten in einem Weinkeller gab die Decke nach und begrub die beiden Arbeiter unter zentnerweise Erde. Der Junior-Chef der beauftragten Erdbaufirma verstarb dabei, ein Arbeiter wurde schwer verletzt.
Polizei

Mit einem Toten und einer schwer verletzten Person endeten am vergangenen Freitag die Grabungsarbeiten in einem Weinkeller in der Falkensteiner Kellergasse.

Der Mitarbeiter des Erdbauunternehmens wurde schwer verletzt, ist aber außer Lebensgefahr und nach Angaben seiner Tochter stabil. Mehr als die Verletzungen schmerzt ihn der Verlust des Juniorchefs, den er als Freund ansah.
zVg

Der verstorbene 39-jährige Falkensteiner war ein erfahrener Erdbauer und konnte auch mit dem Thema Löss im Weinkeller sehr gut umgehen. Die beiden Arbeiter hatten das Gewölbe entfernt, um es nach oben hin zu vergrößern. Gegen 11.15 Uhr lösten sich mehrere Kubikmeter Erde von der Decke und verschütteten die beiden Männer. Der 45-jährige Arbeiter aus Laa war in der Erdbaufirma beschäftigt und wurde ebenfalls bis zum Kopf verschüttet. Er konnte sich mit bloßen Händen freigraben. Sein 39-jähriger Juniorchef war unter den Lössmassen begraben. Der schwer verletzte Arbeiter konnte mittels Handy Hilfe rufen: „Er hat den Seniorchef mit letzter Kraft angerufen“, schildert seine Tochter: „Zum Glück hat er immer sein Handy dabei.“

Die Feuerwehren aus Falkenstein, Guttenbrunn und Ottenthal waren rasch zur Stelle. Für die Feuerwehrmitglieder aus Falkenstein keine einfache Sache, ihrem Feuerwehrkameraden hier zu Hilfe kommen zu müssen. Er wurde geborgen, doch der Notarzt konnte nur mehr den Tod feststellen.

Der 45-jährige Arbeiter war schwer verletzt, aber ansprechbar und wurde nach der Erstversorgung mit dem Notarzthubschrauber Christophorus 9 in das Unfallkrankenhaus Wien Meidling eingeliefert. Mittlerweile ist er außer Lebensgefahr: „Momentan ist er stabil“, erzählt die Tochter.

Der Verletzte hatte nach einem Herzinfarkt erst vor kurzem wieder begonnen, in der Erdbaufirma zu arbeiten: „Das war nicht nur ein Arbeitgeber, das war wie eine Familie für ihn“, schildert die Tochter: „Die körperlichen Schmerzen sind für meinen Papa nicht so schlimm, wie der Verlust des Juniorchefs“, sagt die Tochter: „Die Erinnerung wird nie verblassen!“