Windpark wird jetzt umgeplant. Unterstinkenbrunn: Nach großer Zustimmung der Bevölkerung 2011 zieht sich die Umsetzung.

Von Susanne Bauer. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:11)
Bürgermeister Matthias Hartmann erklärte das Projekt Windpark nun zur Chefsache, um es so rasch als möglich umzusetzen.
zVg

Vor fast zehn Jahren fasste der Gemeinderat Unterstinkenbrunn den Beschluss zum Bau eines Windparkes im Gebiet zwischen Unterstinkenbrunn und Hanfthal.

Die Volksbefragung im Jahr 2011, hatte bei einer Wahlbeteiligung von 66 Prozent eine Zustimmung von 92,6 Prozent erzielt – einzigartig in ganz Niederösterreich. Die Freude nach diesem Ergebnis im Mai 2011 war bei der Unterstinkenbrunner Bevölkerung groß. Bürgermeister Matthias Hartmann strahlte mit seinen Gemeinderäten damals mit der Sonne um die Wette: „Ich freue mich über die Unterstützung aller Fraktionen. Dies ist ein klarer Auftrag, um das Ziel Windpark so schnell wie möglich umzusetzen!“

Da dieses Projekt bis dato hinausgezögert wurde, erklärte es Bürgermeister Hartmann nun zur Chefsache. Ein Rückblick: Rasch wurde nach der Volksbefragung mit dem Start der vogelkundlichen Untersuchungen begonnen und die Flächenumwidmungen eingeleitet. 2013 erfolgte die Auflage der UVP-Unterlagen in den umliegenden Gemeinden, ein Sachverständiger forderte weitere ornithologische Untersuchungen an. Eine Windmessung erfolgte, aber das UVP-Verfahren wurde 2014 aus ornithologischen Gründen auf Eis gelegt und die Tierschutzorganisation Birdlife forderte die Klärung der Situation des Sakerfalken im Projektgebiet.

Auch die Behörden regten weitere vogelkundliche Untersuchungen an, die das Verfahren in die Länge zogen.

2017 erfolgte die Projektwiederaufnahme aufgrund der Genehmigung des Windparks Gnadendorf und weitere vogelkundliche Untersuchungen. Im Jahr 2019 trat eine Änderung des UVP-Gesetzes in Kraft, welches ein Verfahren erst ab 30 MW vorschreibt. Derzeit läuft eine Umplanung auf insgesamt sieben Windkraftanlagen der neuesten Generation, die jährlich voraussichtlich mehr als 100.000 MWh produzieren und insgesamt rund 30.000 Haushalte mit ökologischem Strom versorgen könnten.

Gespanntes Warten bei Windpark Stronsdorf-Gnadendorf

Zur Zeit werden von mehreren Firmen Systeme entwickelt, die Kollisionen mit Vögeln vermeiden sollen. Sobald diese serienreif sind, könnten sie auch im Windpark Unterstinkenbrunn zum Einsatz kommen.

Bürgermeister Hartmann und seine Gemeinde stehen weiterhin hinter dem Projekt und arbeiten mit der Windkraft Simonsfeld an einer Umsetzung.

Gespanntes Warten übrigens beim benachbarten geplanten Windpark Stronsdorf-Gnadendorf: Die Causa liegt beim Landesverwaltungsgericht.