US-Chefverhandlerin besuchte Fertinger. Christina Sevilla verhandelt für die USA den geplanten Vertrag TTIP und diskutierte darüber bei Fertinger.

Von Anton Johann Fuchs. Erstellt am 23. Juli 2014 (07:01)
NOEN, zVg/Philipp Thom
Firmenchef Veit Schmid-Schmidsfelden begrüßte Christina Sevilla im Fertinger-Werk, im Bild mit Admir Kadiric, Patrick Nussböck und Geschäftsführer Werner Prosser beim Betriebsrundgang.Foto: zVg/Philipp Thom
Firmenchef Veit Schmid-Schmidsfelden konnte dem Gast aus den USA einige Beispiele nennen, warum der Weinviertler Industriebetrieb vom Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA profitieren könnte.

So produziert Fertinger alle Metallbestandteile für die Klimaanlagen in Modellen des US-Autogiganten General Motors. Hilfreich wären einheitliche Standards auch beispielsweise für die Badarmaturen aus dem Hause Fertinger.

Schmid-Schmidsfelden präsentierte breite Palette

Christina Sevilla ist die stellvertretende Chefverhandlerin der USA für TTIP im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Und gerade die europäischen KMUs hätten große Chancen im amerikanischen Markt, betonte Christina Sevilla: „Schon jetzt sind die USA der wichtigste außereuropäische Markt für österreichische Unternehmen.“

Abbau von Zöllen und Anpassung von Rechtsbestimmungen Normen und Zulassungsverfahren könnten vielen KMUs die Chance bieten, erstmals auch den US-Markt zu beliefern.

Veit Schmid-Schmidsfelden präsentierte dem Gast aus den USA die breite Palette, die Fertinger an vier Standorten mit zwei Werken in Wolkersdorf sowie je eines in Neusiedl an der Zaya und Möllersdorf südlich von Wien herstellt. Rund 200 Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig.

TTIP würde Betrieben große Chancen bieten 

Rupert Fertinger hatte den Betrieb 1944 gegründet und sich anfangs auf Sanitärausstattungen konzentriert. In den 1980er Jahren begann Fertinger mit der Zulieferung an die Autoindustrie im Bereich der Klimatechnik und der Autoelektrik. „Heute macht der Bereich der automotiven Anwendungen 85 Prozent des Umsatzes aus“, sagt Firmenchef Veit Schmid-Schmidsfelden.

Dass die Diskussion über TTIP derzeit von Chlorhühnern und Gentechnik dominiert wird, stört ihn sehr: TTIP würde den österreichischen Betrieben große Chancen bieten, rund 30.000 neue Arbeitsplätze wären möglich und bestehende könnten abgesichert werden.