Bio-Kampfmittel gegen Traubenwickler in Falkenstein. Duftstoffe vertreiben den Traubenwickler aus dem Weingarten.

Von Werner Kraus. Erstellt am 30. April 2021 (04:32)
Seit sieben Jahren sorgen die Falkensteiner Winzer sehr erfolgreich und gemeinsam für die biologische Abwehr des Traubenwicklers: Marlene, Paul und Birgit Luckner, Marion, Sophia und Philipp Jauk, Michael Kramer, Johannes Stadler, Georg Pesau, Roman Bayer, Hermann Fehlmann, Johannes Neustifter, Michael Preyer, Josef Salomon und Irene Luckner. 
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Bereits vor sieben Jahren hat Roman Bayer mit den Falkensteiner Winzern ein Gemeinschaftsprojekt zur natürlichen Bekämpfung des Traubenwicklers initiiert. Alle Winzer machten von Beginn an mit. „Gemeinschaft macht stark und spart Kosten“, war das Motto.

Mit dem alten System der Bekämpfung der Traubenwickler, mit Insektiziden, war man immer abhängig. Wann das Insekt fliegt, musste abgeschätzt werden. War es kalt und die Spritzung verspätet, wusste man nicht genau, ob das Mittel wirkt oder nicht.

Bei der biologischen Bekämpfung mittels Duftstoffen werden kleine rote Stäbchen ausgehängt. Die Pheromone verwirren die männlichen Traubenwickler, so wird die Paarung verhindert. In Falkenstein werden die Duftstoffe, 240 Stück je Hektar, gleichzeitig flächig ohne Weingartengrenzen über die 180 Hektar Weingärten verteilt.

„Gemeinsam sind wir in einem schwachen Tag mit der gesamten Arbeit fertig. Es stärkt auch die Gemeinschaft und hilft noch dazu beim Sparen: Bei einzelnen Weingärten würde jeder Winzer insgesamt mehrere Pheromon-Stäbchen für den eigenen Weingarten brauchen“, betont Michael Preyer vom Weingut Dürnberg.

„Wir legen hohen Wert auf Biodiversität, der Ackerbau ist in Falkenstein bereits zu 100 Prozent biologisch“, erläutert Roman Bayer dazu. Im Weinbau sind Josef Salomon und Reinhard Neustifter Biobetriebe und in den nächsten Jahren werden die Umstellungsbetriebe Philipp Jauk und Weingut Pesau sowie das Weingut Dürnberg und Roman Bayer folgen.

All diese Maßnahmen, wie auch die Begrünung, fördern die Vitalität der Weingärten. Die mineralischen, kalkhaltigen Böden liefern hohe Qualität, Fruchtigkeit und Leichtigkeit sowie auch eine interessante Säurestruktur im Wein. „Die paar Meter mehr Höhe, die Kessellage, die Kalkklippen als Wärmespeicher, aber auch der Wald machen die Einzigartigkeit des Falkensteiner Weines“, hebt Winzer Philipp Jauk hervor.