Budget bleibt in Wolkersdorf unvollendet. Im anstehenden Jahr wird laufend nachjustiert werden müssen.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 01. Januar 2021 (03:38)
Die Volksschule ist auch 2021 die größte Investition der Stadtgemeinde. Bürgermeister Dominic Litzka bleibt aber optimistisch.
Semrad,
Szeker

Im Vorjahr war es der Kassasturz, welcher der neuen Stadtregierung um Bürgermeister Dominic Litzka (Team Wolkersdorf) eine unangenehme Überraschung offenbarte: Das Projekt Volksschule ließ die Schulden der Stadtgemeinde zwischen 2018 und 2020 um 14,3 Millionen Euro ansteigen.

Dieses Jahr war es die Coronakrise, die sich belastend in den Büchern des Haushalts niederschlug: Nicht zusätzliche Schulden, sondern entgangene Einnahmen bei den Ertragsanteilen und der Kommunalsteuer sind das Hauptproblem.

„Das bedeutet, dass wir Einnahmenverluste von rund 1,1 Millionen Euro erwarten.“ Dominic Litzka, Bürgermeister (Team)

Die Volksschule ist auch 2021 die größte Investition der Stadtgemeinde. Bürgermeister Dominic Litzka bleibt aber optimistisch.
Semrad,
Szeker

Die Auswirkungen der Krise sind sogar noch so ungewiss, dass Bürgermeister Litzka und sein Team den Voranschlag 2021 in der jüngsten Gemeinderatssitzung als Übergangsbudget beschließen mussten. „Es wird im Sinne der nicht absehbaren Auswirkungen der Covid-19- Pandemie ein weiteres Nachschärfen und Regulieren im Jahresverlauf benötigen“, erläutert der Stadtchef dazu.

Konkret wird mit folgenden Entwicklungen gerechnet: Die Einnahmenverluste werden mit 17,3 Prozent im Vergleich zur ursprünglichen Budgetierung für 2020 angenommen. „Das bedeutet, dass wir Einnahmenverluste von rund 1,1 Millionen Euro erwarten“, sagt Litzka. Die Einnahmen habe man für 2021 bewusst konservativ angesetzt, um auf die Krise möglichst gut vorbereitet zu sein. Außerdem werde man im anstehenden Jahr die Finanzen laufend und detailliert betrachten müssen.

Das Haushaltspotenzial würde, aufgrund der niedrigeren Einnahmen, mit 354.700 Euro negativ ausfallen. Allerdings kommen der Stadtgemeinde Minderausgaben aus dem Jahr 2020, in Höhe von 3.554.000 Euro, zugute, womit Litzka 3.199.300 Euro als äquivalenten Wert für das Haushaltspotenzial anführen kann.

Der Schuldenstand der Stadtgemeinde beträgt für 2021 demnach 25,4 Mio. Euro. Als wichtigste Großinvestitionen sind im Budget 2021 das Projekt Volksschule (2.080.000 Euro), der Kindergarten Münichsthal (1.345.700 Euro) sowie Straßenbau und Infrastruktur (891.200 Euro) zu finden.

Das Budget 2020 ist unter den Schlüsselworten „Konsolidierung, Nachhaltigkeit und Stabilität“ entstanden: Hinter der Konsolidierung verbirgt sich der Schuldenabbau, Nachhaltigkeit soll mit einem Investitionsprogramm, basierend auf dem Masterplan, erreicht werden und Stabilität soll erreicht werden, indem Großprojekte nur im Rahmen des Masterplanes umgesetzt werden.

„Der 2020 eingeschlagene Weg mit den zugehörigen Zielen wird grundsätzlich fortgesetzt,"

Trotz der großen finanziellen Herausforderung für die Stadtgemeinde ist Litzka überzeugt, dass die drei Ziele weiterverfolgt werden können: „Der 2020 eingeschlagene Weg mit den zugehörigen Zielen wird grundsätzlich fortgesetzt, denn Kontinuität und die damit verbundene Verlässlichkeit für die Bevölkerung sind mir ein Herzensanliegen“, so der Stadtchef. Natürlich geht er davon aus, bei dem einen oder anderen Projekt eventuelle Anpassungen vornehmen zu müssen.

Beschlossen wurde das Budget im Gemeinderat ohne die Stimmen der ÖVP, enthielt sich ohne Begründung.