Poysdorf

Erstellt am 28. Februar 2017, 10:42

von Werner Kraus

Bodenressourcen nutzen: Glückliche Orte schaffen. ZIB-Moderator Tarek Leitner tritt für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und gegen ein Zersiedeln der Landschaft ein.

„Junge Bürger, die mit viel Engagement eine Steigerung der Lebensqualität und Zukunftsperspektiven für Poysdorf wünschen, sind seit mehreren Monaten tätig, um Poysdorf nach der Autobahneröffnung weiterzuentwickeln“, betonte Bürgermeister Thomas Grießl. Die Veranstaltungsserie zum ressourcenschonenden Umgang mit Grund und Boden ist aus dieser Initiative entstanden und bringt das ganze Jahr über Vorträge. Den Start der Vortragsserie machte Tarek Leitner.

Dem ZIB-Moderator ist der achtsame Umgang mit dem Boden ein Anliegen und er hat dies bereits in zwei interessanten Büchern niedergeschrieben. „Es geht um glückliche Orte und wie wir sie schaffen“, betonte Leitner. So begeisterte ihn der Erdberger Kulturstadl als ein Raum mit Atmosphäre und als ein tolles Zeichen für Gemeinschaft. „Jeder Mensch hat so eine Idealbilderwelt von schöner Landschaft im Kopf, dies sind Bilder mit denen wir in Zeitungen aber auch in den Medien umworben werden“, sagt Leitner:

In Österreich werden täglich 20 Hektar Boden verbraucht

„Leider wird die Differenz zur tatsächlichen Landschaft immer größer“, betonte der Referent und brachte interessante Beispiele, wie wenig sich unser Siedlungsraum zwischen 1800 und 1950 verändert hat und wie stark dies in den letzten 25 Jahren war: „Früher gab es Siedlungsringe, die homogen über längere Zeit, ausgehend von der Kirche und dem Marktplatz, entstanden sind.“ Heute wandern unsere Siedlungen grenzenlos in die Natur hinaus. So verbrauchen wir in Österreich täglich 20 Hektar Boden.

Johannes Rieder berichtete, dass in der Großgemeinde rund 300 leerstehende Häuser und 300 bis 400 Bauflächen im Ortsverbund vorhanden sind. Flächen, wo junge Menschen sich eine Existenz aufbauen könnten, ohne neue Siedlungsflächen zu vergeuden, wenn hier die Besitzer aktiv an der Entwicklung der Stadt oder der Dörfer mitarbeiten würden.